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Do 29.09.
Walter Kaufmann – Welch Ein Leben!
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Von Karin Kaper, Dirk Szuszies, D 2021, 101 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Lebensläufe”
Kurzfilm: Omnibus, von Sam Karman, Frankreich 1992, 8:39 Min.

Folgende Terminhinweise für HANAU:
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- Sondervorführung in Hanau im Kinopolis im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen
am 28.9.22 um 19 Uhr In Anwesenheit des Regisseurs Dirk Szuszies
In Zusammenarbeit mit und gefördert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hanau
Weitere Kooperationspartner: Jüdische Gemeinde Hanau VVN-BdA Main-Kinzig

- Zusätzliche Schulvorführung im Kino vormittags am 29.9.22 mit Regisseur Dirk Szuszies
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Am 15. April 2021 starb der Schriftsteller Walter Kaufmann in Berlin. Er hatte noch bei diesem Dokumentarfilm über sein bewegtes Leben mitgewirkt.

Am 19. Januar 1924 in Berlin als Kind einer armen Verkäuferin geboren, wurde er mit 3 Jahren von einer gutbürgerlichen jüdischen Duisburger Familie adoptiert. Um den Nazis zu entgehen wurde er mit 15 Jahren nach England verschickt, wo er nach einer kurzen guten Zeit mit 16 Jahren als feindlicher Ausländer interniert und nach Australien deportiert wurde.

Dort schaffte er es nach 1,5 Jahren Wüstenlager, sich eine Existenz aufzubauen als Obstpflücker, Hafenarbeiter, Hochzeitsfotograf und Seemann. Er war Mitglied in der australischen kommunistischen Partei und wurde australischer Staatsbürger. Er hatte schon immer viel geschrieben und entwickelte sich zum Schriftsteller, der in Englisch schrieb und dessen Bücher in Australien veröffentlicht wurden.

Schließlich kehrte er in den 50er Jahren nach Deutschland zurück, und nach negativen Erfahrungen in seiner Heimatstadt Duisburg wechselte er in die DDR, unter Beibehalt seines australischen Passes. Mithilfe dieses Passes unternahm er viele Reisen in's Ausland.

Seine Reportagen und Reiseberichte galten vielen DDR Bürgern als ein Fenster zur Welt, u.a. Berichte von der Olympiade 1956 in Melbourne, über einen Besuch von Hiroshima oder 1972 aus den USA über den Prozess gegen die Bürgerrechtlerin Angela Davis.

Im Laufe seines Lebens erhilet er zahlreiche Auszeichnungen und Preise für seine Arbeit als Schriftsteller. Außerdem war er von 1985 bis 1993  Generalsekretär des PEN-Zentrums der DDR.