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Do 04.07.
Vier Tage im August: Wir sind jung. Wir sind stark.
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von Burhan Qurbani, D 2014, 128 Min., Spielfilm / Drama, sw Filmbeginn 20:15 Uhr
Filmreihe: „SPIEL.DOK”

Kooperation und Spielort: Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Aus der neuen Filmreihe: »SPIEL.DOK: EIN Thema # ZWEI Filme«

"Wir sind jung. Wir sind stark." befasst sich wie die Dokumentationen mit den Pogromen gegen Ausländer in Rostock-Lichtenhagen im August 1992. Er ist fast 40 Jahre später entstanden. Die Protagonisten von damals haben das Spielfilm-Team beraten – so wirkt der gesamte Film sehr authentisch und „frisch“. Er hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen.

Der Inhalt: Martin, der Vater von Stefan, gibt im Fernsehen seine Entscheidung bekannt, die Asylbewerber nicht zu evakuieren. Wenig später muss er mit ansehen, wie sein Vorgesetzter die Sinti und Roma aus Sicherheitsgründen doch evakuieren lässt. Da Martin von Stefans Verbindung zu Robbie weiß, macht er sich Sorgen um seinen Sohn, zumal er ihn nicht erreichen kann. Die Gruppe um Sandro, Robbie und Stefan ist derweil in Sandros Auto unterwegs. Dabei wird Sandro durch Robbie provoziert, der ihm die neonazistische Musik abstellt. Sandro schleppt Robbie daraufhin einige Meter in den Wald, wo er ihn fast zu Tode würgt.

Anschließend begibt sich die Gruppe an den Ostseestrand. Vor Ort hat sich die Polizei mittlerweile vor dem wütenden Mob zurückgezogen. Die Proteste eskalieren, als Stefan den ersten Molotowcocktail in ein Fenster wirft. Kurz darauf wird das Haus gestürmt mit dem Ziel, die Asylbewerber zu lynchen. In blanker Angst versucht sich die Vietnamesin Lien mit ihren Angehörigen in einem der obersten Stockwerke in Sicherheit zu bringen. Lien gelingt es in letzter Minute, ihren unten zurückgebliebenen Bruder mit nach oben zu holen. Weil sie in den unteren Stockwerken keine Asylanten finden, verwüsten Robbie und Stefan eine der Wohnungen und setzen diese in Brand. Unten vor dem Haus skandiert die wütende Menge „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“

Mit Feingefühl und Sensibilität folgt Qurbani dem schmalen Grat einer verlorenen Generation zwischen Verlust von Identität und Flucht in Ideologie. Mutig zeichnet der Regisseur das moralische Versagen einer Gesellschaft nach.