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Di 05.07.
Sonita
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Von Rokhsareh Ghaem Maghami, Iran / Deutschland / Schweiz 2015, 91 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „überLeben”
Kurzfilm: In den Binsen, von Clara von Arnim, Deutschland 2019, 06:05 Min

Die 18-jährige Sonita aus Afghanistan lebt unregistriert und ohne Papiere in einer Flüchtlingsunterkunft im Iran. Sie liebt Musik, schreibt eigene Songtexte, hat Talent und träumt von einer Karriere als Rapperin.
Doch ihre Eltern haben andere Pläne: Um die finanziellen Probleme der Familie zu lösen, wollen sie Sonita mit einem unbekannten Mann verheiraten.

Die Filmemacherin Rokhsareh Ghaem Maghami lernte Sonita in einem Projekt kennen, das geflüchtete Mädchen in Teheran unterstützt. Sie erkannte Sonitas künstlerisches Talent und entschied, einen Dokumentarfilm über die junge Musikerin zu drehen. Erst während der Dreharbeiten sah sich Sonitas Mutter gezwungen, ihre Tochter zu verheiraten.

Maghami war hin- und hergerissen zwischen ihrem dokumentarfilmerischen Grundsatz, nicht in das dokumentierte Geschehen einzugreifen, und dem Bedürfnis, Sonita zu helfen. Sie entschied sich für Letzteres, und der Film entwickelte sich so in eine völlig andere Richtung als geplant.

„Ich bin hier, um die Realität zu filmen“, sagt sie noch, ignorierend, dass sie längst Teil der Realität geworden ist, die sie filmt. Denn was fortan in „Sonita“ zu sehen ist, wäre ohne diese Dreharbeiten nie passiert: Sonita nimmt einen Song auf, stellt ihn ins Internet, bekommt enormen Zuspruch und durch die Vermittlung von Maghami am Ende sogar ein Stipendium in Amerika.

Weil sie für diese Reise Papiere braucht, die sie nur in Afghanistan bekommen kann, muss sie zurück in die alte Heimat reisen – und setzt sich damit erheblicher Gefahr aus.

Die Regisseurin begibt sich mit Sonita auf eine Reise, von der niemand zu Beginn der Dreharbeiten etwas ahnen konnte, als Rokhsareh Ghaem Maghami begann, ein Mädchen in Teheran zu begleiten, das seinen Freundinnen eigene Rapsongs vorsang.