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Di 09.07.
Moritz Daniel Oppenheim
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Von Isabel Gathof, D 2015, 105 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Die Schönen Künste”
Kurzfilm: ALIENATION, von Laura Lehmus, Deutschland 2014, 6:14 Min.

„Der Maler der Rothschilds und der Rothschild der Maler“

Im Jahr 2015 enthüllte die Stadt Hanau auf dem Freiheitsplatz ein Denkmal. Es trägt den Namen „Moritz und das tanzende Bild“ und ehrt einen Künstler, dessen wichtiger Beitrag zur jüdischen Kunst- und Kulturgeschichte lange Zeit nicht beachtet wurde: Moritz Daniel Oppenheim.

Oppenheim traf Goethe, bereiste Europa und wurde von Kritikern für seine herausragende Malerei stets gelobt. Und doch ist bisher wenig über den Mann erforscht, der im Jahr 1800 in Hanau geboren wurde, bis zu seinem Tod im Jahre 1882 in Frankfurt lebte und einmal als „Maler der Rothschilds und Rothschild der Maler“ bezeichnet wurde. Rund ein Drittel seiner Bilder gilt als verschollen, doch die, die erhalten sind, lassen einen einzigartigen Blick auf das jüdische Alltagsleben seiner Zeit zu, das er wie kein anderer porträtierte und somit als der erste jüdische Künstler gilt, der zu Lebzeiten weltweite Berühmtheit erreichte und über eine akademische Ausbildung verfügte.

Die junge Filmemacherin Isabel Gathof geht in ihrem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm verschiedene Wege, um Oppenheim zu porträtieren. Zum einen spricht sie mit einer promovierten Oppenheim-Expertin, dem Leiter des Jüdischen Museums in Frankfurt, einem israelischen Rabbi, der eine ganz besondere persönliche Beziehung zu Oppenheims Werk hat, sowie mit einer Nachfahrin Oppenheims, die sich mit der Filmemacherin zusammen auf Spurensuche nach ihrem berühmten Vorfahren begibt.


Zum anderen dokumentiert in eindrucksvollen Bildern das symbolische "Werden" des Künstlers - verkörpert durch die Statue des Bildhauers Pascal Coupot, deren kreativer Entstehungsprozess vom ersten Golem-artigen Miniaturmodell bis hin zur überlebensgroßen Stahlskulptur von der Kamera begleitet wird.
Eine ambitionierte Fusion aus elektronischer und klassischer Musik - die in Zusammenarbeit mit der Neuen Philharmonie Frankfurt entstand - setzt hier die passenden Akzente und bildet mit Reminiszenzen an das Werk Felix Mendelssohn-Bartholdys, einem Zeitgenossen Oppenheims, den Soundtrack zum Film.