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Di 21.04.
Dicktatorship
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Von Gustav Hofer und Luca Ragazzi, IT 2019, 90 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „überLeben”
Sprache: Italienisch mit deutschen Untertiteln

"Einen Penis zu haben, bedeutet, an einen Verrückten gekettet zu sein", schrieb Sophokles vor mehr als 2500 Jahren. Und er hat bis heute Recht. Mit Donald Trump im Weißen Haus - trotz aller offen frauenfeindlichen und chauvinistischen Ansichten – und vielen weiteren starken Männern, die sich rund um den Globus behaupten, stellen sich Intellektuelle, Feministinnen, Aktivistinnen und viele andere die gleiche Frage: Wie ist das möglich?

Als schwules Paar, kurz vor der Ehe, kennen Gustav und Luca einen Ort auf der Welt, der helfen kann, Antworten auf diese Frage zu geben: Italien! Im Englischen ist »Dick« die Kurzform für Richard. Es ist aber auch ein (im Online-Wörterbuch Leo als vulgär eingeordneter) Ausdruck für den männlichen Penis. Diese Bedeutungsvariante ist im Titel angesprochen und wird gleich zu Beginn mit einer kleinen Parade an Videozitaten schwanzgeleiteter Potentaten von Erdoğan über Berlusconi bis Trump illustriert. Dann geht es an den Esstisch einer schönen römischen Wohnung, wo zwei noch fast junge Männer darüber räsonnieren, ob es machistisch ist, Angela Merkel den Besitz von Eiern (»le palle«) zu bescheinigen.

Im jederzeit frotzelnd-ehrlichen Blick dieses sehr speziellen Filmemacherduos entpuppt sich Dicktatorship neben allzu erwartbaren O-Tönen von der Straße (z.B. von Jugendlichen, die ihrem männlichen Nachwuchs keine Puppen kaufen würden) oder aus der Psychologie (Stichwort: Männergewalt als kulturelles Phänomen und nicht als Krankheit einzelner) im größeren Maßstab sehr wohl auch als abwechslungsreicher Diskursfilm zu politischen Stilfragen zwischen den Geschlechtern.