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Di 24.03.
Amerikas Kriege und Gebrochene Helden
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Von Amrej Topcu & Nanje Teuscher (Film 1.), Ingelis Gnutzmann (Film 2), D 2004, 80 Min / 50 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Krieg & Frieden”

1. Film: Amerikas Kriege

Von Pearl Harbour bis Irak

Die Geschichte der USA ist eine Geschichte der gewaltsamen über den Globus verteilten Konflikte. Afghanistan ist mittlerweile ein Symbol für die Ohnmacht einer Weltmacht. Die Kriege sind reaktion darauf, auf eigenem Boden angegriffen worden zu sein wie 1941 in Pearl Harbour und wie in Vietnam entwickeln sie sich zum Trauma.

2. Film: Gebrochene Helden

Verwundet und vergessen

Der Film „gebrochene Helden“ über traumatisierte US-Soldaten nach den Kriegen im Irak zeigt, wie lange ein vor Jahren beendeter Krieg jenseits aller Öffentlichkeit fortdauert. Die Autorin I. Gnutzmann hat den Schwerpunkt ihrer Recherche auf Soldaten aus den USA gelegt, weil sie damit gleichzeitig Zeugen für zahlreiche amerikanische Kriegsverbrechen vor die Kamera holen konnte. So kommen im Mittelpunkt des Films drei Soldat*innen zu Wort, die an post-traumatischen Belastungsstörungen erkrankt sind.

<i>"Irgendwann fühlst Du überhaupt nichts mehr"</i> sagt Donald S. <i>"das Töten macht dich immer blutrünstiger, dein Gewissen ist ausgeschaltet."</i> Donald ist 40 Jahre alt. Er hat im Golfkrieg 1991 gekämpft. Noch heute machen ihm die Folgen schwer zu schaffen: Albträume, Depressionen, Schuldgefühle. Und immer häufigere Zweifel an der Legitimität des Krieges: "Sie haben mich zum Mörder gemacht." Rund 700.000 US-Soldaten haben 1991 gegen den Irak gekämpft, Zehntausende kehrten krank zurück, krank an Körper und Seele. Bei den meisten seelisch Erkrankten, traumatisierten Frauen und Männern, dauerte es Jahre, bis sie ärztliche Hilfe suchten. Und viele bemühen sich bisher vergeblich um Anerkennung ihrer Beschwerden und damit verbundener staatlicher Unterstützung.

Die US-Regierung hat erneut einen Krieg gegen den Irak geführt, der zwar am 1. Mai 2003 offiziell für beendet erklärt wurde, der aber dennoch nicht aufgehört hat. In diesem Krieg ist die Zahl der Selbstmorde unter den Soldaten erschreckend hoch, die psychologischen Probleme häufen sich. Ingelis Gnutzmann berichtet in ihrem Film von ehemaligen traumatisierten Golfkriegskämpfern und schildert die Ängste der Angehörigen von Soldaten, die zurzeit im Irak stationiert sind.

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Beide Filme sind brandaktuell! Die Regierungen der USA und des Iran steuern auf Konfrontationskurs. Die USA haben das bilaterale Atomabkommen einseitig gekündigt, Sanktionen verhängt, verstärken den wirtschaftlichen Druck. Geheimdienste berichten von angeblichen Verstößen des Iran gegen amerikanische Auflagen.

Dies alles löst ein Déjà-Vu aus, erinnert an die Vorgeschichte der Kriege im Irak. Zu befürchten ist, dass Donald Trump mit seiner Politik Vorwände für einen Angriff auf den Iran schafft, an dessen Ende erneut Zehntausende Tote und Verletzte stehen werden – unter der Zivilbevölkerung, auch unter den Soldaten gibt es unzählige körperlich Verwundete und eine unüberschaubare Anzahl an seelisch Verletzten.

 

Foto von www.goodfreephotos.com (public domain)