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Di 10.08.
Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba
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Von Jana Kaesdorf, D 2019, 80 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „überLeben”
Kurzfilm: Ich warte auf den Nächsten
F 2002 • 4'34 Min.
von Philippe Orreindy
Abhängigkeit von Kolonialmächten, Umweltschäden, Handelsblockade und wirtschaftliche Isolation: Seit Jahrhunderten kämpft Kuba mit wiederkehrenden Krisen. „Entweder wie ändern uns, oder wir gehen unter.“ – 2011 startete die Castro-Regierung neue Reformen, die „Lineamientos“. Sie sind ein Leitfaden, um das sozialistische Wirtschaftsmodell zu aktualisieren und den Herausforderungen auf dem Weltmarkt anzupassen. Der kubanische Sozialismus soll dabei zwingend erhalten und weiterentwickelt werden. Um das Land bis 2030 aus der anhaltenden Krise zu führen, will die Regierung hohe Staatsausgaben senken: Hunderttausende wurden aus dem Staatsdienst entlassen und in die Selbständigkeit überführt. Die Aufhebung starrsinniger Verbote aus den letzten Jahrzehnten soll den Kubanern einen unbürokratischen Weg in die Selbständigkeit ermöglichen. Neuregelungen in der Agrarwirtschaft sollen den Weg aus der monokulturellen Ökonomie ebnen und eine Diversität in der Landwirtschaft fördern und schließlich die hohen Importkosten für Lebensmittel zu senken. Dazu verteilte der Staat brachliegende Ländereien zur Bewirtschaftung an die Bauern. Der Verkauf der Erträge über Genossenschaften ermöglicht den Landwirten einen gesicherten Lebensstandard. Kuba lockert die bürokratischen Fesseln und öffnet sich der Welt: Der neue Anlegeplatz von Mariel wird zum größten Hafen in der Karibik ausgebaut und soll neue Investoren anziehen. Mit dem Umbau des Energiesektors soll das Land unabhängiger von teuren Öl-Importen werden. Viele europäische Ökonomen sehen die Reformen jedoch als das schleichende Ende des kubanischen Sozialismus. Die schrittweise Öffnung des Marktes und Fidels Tod 2016 stärken in Europa die Meinung, dass sich Kuba rasant verändern wird.