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Di 29.09.
Die Rollbahn
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Von Malte Rauch, D 2003, 87 Min, Filmbeginn 20:00 Uhr
Filmreihe: „Geschichtsstunde”
Der Flughafen Frankfurt Rhein-Main hat drei Rollbahnen. Über den Bau der ersten Rollbahn von 1944 gab es gleich nach dem Zweiten Weltkrieg Gerüchte: Ungarische Frauen hätten die Rollbahn für Hitlers „Wunderwaffe“, das Düsenflugzeug Me 262, bauen müssen. In den 70er Jahren fanden drei junge Arbeiter am Flugplatz erste Beweise, dass jüdische Mädchen und Frauen aus Auschwitz nach Mörfelden-Walldorf gebracht worden waren. Lange Zeit wurde das als kommunistische Propaganda abgetan. Erst durch amerikanische Luftaufnahmen des Flughafens von 1945 und die Entdeckung von Mauerfundamenten im Wald konnte die Existenz des KZ Außenlagers nicht mehr länger geleugnet werden. Anfang der 80er Jahre wird eine junge Frau neue Stadthistorikerin von Mörfelden-Walldorf und Leiterin des Heimatmuseums. Sie treibt die Freilegung der Lagerreste voran, sucht erfolgreich nach Überlebenden und gewinnt durch ihr Engagement die Unterstützung des Bürgermeisters, der Lehrer und insbesondere der Abiturklasse der Gesamtschule. Eine Klassenfahrt führt die Schüler nach Pápa westlich von Budapest, vor dem Krieg ein Zentrum des ungarischen Judentums, wo viele der ins Lager Walldorf verschleppten Frauen und Mädchen aufgewachsen sind. Von den insgesamt 1.700 Frauen des Lagers haben nur 200 das Kriegsende überlebt, 19 von ihnen kehrten im Jahr 2000 auf Einladung der Walldorfer an den Ort des menschenverachtenden Arbeitseinsatzes zurück. Sie landen im November 2000 auf der Rollbahn, die sie 56 Jahre zuvor zwangsweise hatten bauen mussten. Wir zeigen diesen Film in Zusammenarbeit mit Studio NAXOS