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Bild: naxos-Moderatorin Hilde Richter (r.) mit Silvia Winkler, Geschäftsführerin Oikocredit Förderkreis Hessen-Pfalz, und Jörg Weber, Sprecher Ernährungsrat Frankfurt.

Äthiopien ist von einer lebensbedrohlichen Hungersnot betroffen. Die Regierung verpachtet hingegen Millionen Hektar Land an ausländische Investoren in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Insbesondere im äußersten Westen Äthiopiens ließ der saudische Milliardär Mohammed Al Amoudi im Nationalpark für seine Firma Saudi Star zehntausend Hektar Urwald roden: Landraub an Kleinbauern, um Basmatireis für den Export anzubauen und zu verarbeiten. Zur Beschaffung von Devisen lädt die Regierung auch noch internationale Investoren großzügig ein und nennt das Agrarentwicklung und Fortschritt. In der Dokumentation „Das grüne Gold” ging es am 17. September 2019 im naxos.Kino um die global grassierende Ausbeutung von Kleinbauern in einem Entwicklungsland. Der Film lief als Beitrag zur „Faire Woche“ mit Unterstützung der GLS-Bank.

naxos-Moderatorin Hilde Richter stellte die entscheidende Frage, warum ein hungerndes Land Nahrungsmittel in die Welt exportiert. Silvia Winkler, Geschäftsführerin Oikocredit Förderkreis Hessen-Pfalz, machte in dem Landverkauf an Investoren deren Ziel einer Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die Bevölkerung aus. „Finanzkapital und Investoren beuten ein Land aus für Profit“. Hier seien häufig Großkonzerne involviert, meinte Jörg Weber, Sprecher Ernährungsrat Frankfurt: „Die Armen haben keine Chance, sich zu wehren“. Er räumte jedoch ein, dass z.B. auch in der Wetterau Höfe mit konventioneller Landwirtschaft nicht mehr überleben könnten und deshalb chemische Bodenentwickler aufgreifen. Wenn da ein Hof nicht mitziehe, entstünden dort sog. Logistikcenter anstelle von Landwirtschaft.

„Geld ohne Zinsen sucht heute neue Anlageformen mit Renditeversprechen, Sparen ist deshalb vorbei“, bestätigte Winkler. Man müsse deshalb Regierungen Randbedingungen zu fairen Konditionenschaffen schaffen durch die Einbeziehung von Menschenrechts- und Kleinorganisationen in den Protest. Sie zitierte den Weltbanksprecher aus dem Film, der meinte, es gebe immer Verlierer und Gewinner, „romantische Genossenschaften“ seien keine Alternative. „Großbanken im Hintergrund machen jedoch persönliche Einflüsse nahezu unmöglich.“ Weber kam zur regionalen Landwirtschaft zurück und kritisierte, dass z.B. Demeterland in Marburg heute zum doppelten Preis verkauft werde, ohne zu wissen, was dort nach einigen Jahren noch übrig bleibe. Insofern müsse der Einzelne entscheiden, ob er von einer Groß- zu einer Kleinbank wechsele: „Die Leute müssen Forderungen nach einer besseren Welt aufstellen. Solchen Leuten müssen wir Mut machen“.