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Di 08.05.
Die Sonneninsel
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Von Thomas Elsaesser, Enkel von Martin Elsaesser., D 2017, 89 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Geschichtsstunde”
Kurzfilm: Zielpunkte der Stadt von Jörn Staeger, D 2004, 8:16 Min.

Der Filmhistoriker Thomas Elsaesser erweckt in seinem Essayfilm Die Sonneninsel aus dokumentarischen und persönlichen Filmmaterial und Brieffragmenten den Geist des Auf- und Umbruchs der 30 er und 40er Jahre in Frankfurt und Berlin wieder zum Leben. Der Zuschauer erlebt diese so folgenschwere Epoche mit ihren Hoffnungen und Verwerfungen, Leidenschaften und Lebensentwürfen, samt der sich als trügerisch erweisenden Utopie einer neuen Gemeinschaft, die Technik und Natur im Kreislauf der Nachhaltigkeit verbinden will.

Im Deutschland der 1920er und 30er Jahre steht Elisabeth (Liesel) Elsaesser zwischen zwei Männern: Verheiratet ist sie mit Martin Elsaesser, und Leberecht Migge liebt sie. Beide Männer sind Architekten. -

Thomas Elsaesser, Enkel von Martin Elsaesser und einer der weltweit renommiertesten Filmwissenschaftler, erzählt in seinem Essayfilm die Liebes- und Familiengeschichte unter Verwendung privater Filmaufnahmen und Dokumente aus dem Familienarchiv. Martin Elsaesser prägte als Stadtbaudirektor das Stadtbild der Finanzmetropole Frankfurt am Main (1925 bis 1935). Leberecht Migges' Interesse hingegen galt hauptsächlich der Garten- und Landschaftsarchitektur.

Auf der "Sonneninsel" in der Nähe von Berlin versuchen Leberecht Migges und Elisabeth Elsaesser Ideen von sozialem Ausstieg und Selbstversorgung umzusetzen. Thomas Elsaesser verknüpft seine Liebes- und Familiengeschichte mit der Reflektion der konträren architektonischen Konzepte Elsaessers und Migges, des Bauens im Geiste des kapitalistischen Wachstumsdenkens oder einer Stadtplanung, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist und auf Ideen zurückgeht, die bis heute in der grünen Bewegung fortleben.