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Di 25.07.
PALMYRA
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Von Hans Puttnies, D 2016, 90 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Geschichtsstunde”
Kurzfilm: „Zielpunkte der Stadt“ von Jörn Staeger, D 2004, 8:16 Min

Es ist eine Überraschung, wenn jetzt ein Film in die Programmkinos kommt, der die vom IS zerstörte antike Stadt Palmyra noch einmal in der ganzen Schönheit zeigt, die sie so berühmt gemacht hat. Niemand wußte bisher, daß der deutsche Autor und Regisseur Hans Puttnies vor dem Krieg, der nun schon seit Jahren Syrien verwüstet, zwei Wochen lang in Palmyra alles filmte, was ihn menschlich berührte: die grandiosen Tempel und Grabtürme, die Skulpturen im Museum, aber auch die Menschen, die von der einzigartigen Ruinenlandschaft lebten.


Sein abendfüllender Essayfilm »Palmyra« ist kein sentimentaler Touristenfilm geworden. Ganz im Gegenteil. Puttnies verwendet das einmalige Filmmaterial dazu, das „Weltkulturerbe“ von Palmyra gegen den Strich zu bürsten. Er zeigt mit faszinierenden Ergänzungsbildern, wie die Europäer seit dem achtzehnten Jahrhundert aus den vergessenen Ruinen von Palmyra eine antike Kunstkolonie gemacht haben, in der die arabischen Bewohner nur noch als Souvenirhändler überlebten. Die archäologischen Forschungen führten zu Restaurierungen, die teilweise in Neubauten wie dem antiken Theater endeten, mit denen das Terror-Regime von Assad sich als Kulturnation feierte.


»Palmyra« wirbt am Beispiel der zerstörten Denkmäler für einen anderen Kulturbegriff. Nicht die seltenen Dinge sind wertvoll, sondern die Menschen, die sie mit ihrem Leben überliefern. Besonders bewegend ist in dem Film das Gespräch mit dem fünfzehnjährigen Souvenirhändler Mohamad. In seinen Worten erfährt man die tiefe emotionale Bindung, die er zu seiner Heimat, zu den Ruinen hatte. Mohamad, der vom IS gefoltert wurde, weil er seine Schwester beschützte, gelang letztes Jahr die Flucht nach Dänemark.