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Do 01.06.
Die 68`er: Tödlicher Auftakt.. "Polizeistaatsbesuch" und "Der 2. Juni 1967"
Studentenrevolte_1968_960x480.jpg
D 1967, 60 Min. / D 1967, 50 Min. Filmbeginn 19:30 Uhr
Filmreihe: „Geschichtsstunde”
Kurzfilm: Nazi Goreng von Nathan Nill, D 2011, 6:28 Min.

Sondervorstellung

Die 68er: Tödlicher Auftakt

1) Der Polizeistaatsbesuch
von Roman Brodmann
aus der ARD-Sendereihe "Zeichen der Zeit"

Der Aufenthalt von Schah Reza Pahlewi und Kaiser in Farah Diba in Deutschland sollte eine bunte abwechslungsreiche Reportage über einen Staatsbesuch und dessen Hintergründe werden. Freilich konnte man kaum voraus sehen, dass der Staatsbesuch unversehens zum "Polizeistaatsbesuch" ausarten würde . So waren die Südfunk-Mitarbeiter nicht nur Zeugen des Glanzes dieser Begegnung der Deutschen mit einem orientalischen Herrscher, sondern auch Chronisten der spektakulären Begleiterscheinungen: der rigorosen Absperrmaßnahmen der Polizei und der Studentendemonstrationen in zahlreichen deutschen Städten. In Hamburg und Berlin gipfelte der Staatsbesuch in blutigen Krawallen, in Berlin wurde gegen Ende der Demonstrationen der Student Benno Ohnesorg von einem Zivilpolizisten erschossen. Seitdem gilt der 2. Juni 1967 als der „Auftakt” für die 1968er Protestbewegung.

2) Der 2. Juni 1967

von Thomas Giefer und H.R.Minow

„Es war ein systematischer, kaltblütig geplanter Pogrom. Begangen von der Berliner Polizei an Berliner Studenten.“ (Sebastian Haffner)
Was als eher harmlose Protestaktion kritischer Studenten gegen den persischen „Märchenkaiser“ und sein auf Mord und Folter aufgebautes Regime begonnen hatte, endete in exzessiver Polizeigewalt und brutalen Massenfestnahmen. Alles vor den Augen der internationalen Presse, die im Gefolge des selbsternannten Monarchen angereist war. In einem Hinterhof der Krummestraße wurde der Student Benno Ohnesorg wehrlos und ohne jeden Grund von einem Zivilpolizisten erschossen. Die Vertuschung und Verfälschung der Ereignisse durch Presse, Polizei und Politiker sowie der Freispruch des Todesschützen Karl Heinz Kurras führten zur Radikalisierung der gesamten außerparlamentarischen Opposition. Teilen der Bewegung lieferte dieser Tag eine Begründung für den bewaffneten Kampf gegen das „faschistoide“ System.
Der Film aus dem Jahr 1967 ist ein erstklassiges historisches Dokument.

 

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