Dienstag, 27. April 2010, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frankfurt im Film" (2)
ein Film von Joachim Faulstich und Georg M. Hafner (BRD 1991 / 45 Min.)

Zur Einführung in den Abend berichtet Walter Seeger den aktuellen Stand der Dinge um das Kernkraftwerk Biblis A.

Außerdem stellt Andreas Seiverth, Vorsitzender des Vereins „Leben nach Tschernobyl“, seine Arbeit vor.

todeszone“Todeszone” entstand fünf Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl und wurde erstmals im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt. Ausgangspunkt des dokumentarisch-fiktiven Szenarios ist ein angenommener GAU (größter anzunehmender Unfall) im Kernkraftwerk Biblis A. Biblis gilt als eines der störanfälligsten Atomkraftwerke der Bundesrepublik. Bei einem schweren Störfall im Dezember 1987 hätte ein offen stehendes Ventil beinahe eine Kernschmelze ausgelöst.
“Todeszone” zeigt, welche Folgen ein solcher Reaktorunfall für die Bewohner der Region hätte und was sich anschließend im Rhein-Main Gebiet und Frankfurt abspielen würde. Die Handlung orientiert sich dabei an Katastrophenschutzplänen und Evakuierungsanordnungen, wie sie im Ernstfall in Kraft träten, außerdem an den Berechnungen, Kalkulationen und Simulationen von Experten, die ebenfalls im Film zu Wort kommen. Ein Ergebnis beispielsweise ist: Die radioaktive Wolke zieht fast immer in Richtung Frankfurt.
Vor einigen Jahren hatten Parlament und Regierung den Atomausstieg beschlossen: Im Jahr 2010 sollte Biblis A vom Netz genommen werden. Nun gibt es Hinweise auf Vereinbarungen zwischen RWE, der Betreiberin dieses Reaktors, und der jetzigen Bundesregierung über eine Laufzeitverlängerung des ältesten Reaktors der Bundesrepublik Deutschland. Thema und Film sind deshalb leider immer noch aktuell.

Anschließend: Ausschnitte aus der damals auf die Ausstrahlung im hr folgenden Fernsehdiskussion

Filmgespräch mit

  • Regisseur Joachim Faulstich
  • Strahlenmediziner Prof. Lengfelder, Otto-Hug-Stiftung
  • Physiker Dr. Christoph Pistner, Öko-Institut e.V.

Moderation: Elke Peters, naxos. KINO IM THEATER