Archiv für Mai, 2010



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Mittwoch, 26. Mai 2010, 20 Uhr
Depot 1899, Textorstraße 33, Sachsenhausen
Filmreihe Palästina (1)
ein Dokumentarfilm von Leon Geller & Marcus Vetter (2008 / 89 Min.)

Achtung: Außer der Reihe am Mittwoch!

herz-von-jeninDAS HERZ VON JENIN erzählt die wahre Geschichte von Ismael Khatib, dessen 12-jähriger Sohn Ahmed 2005 im Flüchtlingslager von Jenin von Kugeln israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen wird. Nachdem die Ärzte im Krankenhaus nur noch Ahmeds Hirntod feststellen können, entscheidet der Palästinenser Ismael, die Organe seines Sohnes sechs israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten.
 Zwei Jahre später begibt er sich auf eine Reise quer durch Israel, um diese Kinder zu besuchen. Eine schmerzhafte und zugleich befreiende Reise, denn durch die Kinder kommt Ismael auch seinem Sohn wieder ganz nah.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Ismael Khatib, Protagonist im Film und Vater von Jenin
  • Professor Ulrich Gottstein, Chairman von Ärzte gegen Atomkrieg (IPPNW)
  • Moderation: Jochanan Schelliem, Radiojournalist vom Hessischen Rundfunk
Dienstag, 25. Mai 2010, 20 Uhr
Depot 1899
Filmabend zur Woche der biologischen Vielfalt
ein Dokumentarfilm von Angela Graas & Nicole Leykauf (2008 / 90 Min.)

jagdzeitAn Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza machen sich 37 „Idealisten” auf eine lange und gefährliche Reise ans südliche Ende der Welt. Sie wollen die japanische Walfangflotte in der Antarktis aufspüren. Japan plant, über 1000 der friedlichen Meeressäuger im Walschutzgebiet im Südpolarmeer zu töten - unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Die getöteten Wale landen jedoch in japanischen Restaurants. Die Mannschaft der Esperanza will das verhindern. Mit Schlauchbooten wollen sich die Aktivisten als Schutzschild zwischen Wal und Harpune stellen. Heath, der Sunnyboy aus Florida, der sonst auf einer Luxusjacht arbeitet. Mir, der charmant-chaotische Funker aus Panama. Irene, die schwedische Webeditorin, die beschlossen hat nur noch Sinnvolles zu tun. Sakyo aus Japan, der zu Hause als Landes-Verräter angefeindet wird. Und ein mürrischer Kapitän, der mit besonderem Humor die riesige Verantwortung trägt, die auf ihm lastet. Frank muss die Esperanza nicht nur sicher über das stürmische Südpolarmeer bringen. Es liegt an ihm, die Walfangflotte im endlosen Eisrand zu finden. Japan setzt alles daran, um einer Konfrontation mit der Esperanza auszuweichen. Im Wettlauf mit der Zeit kämpft die Mannschaft mit den Herausforderungen des Eismeeres, Heimweh und Versagensängsten. Und eine Frage wird im unerwarteten Verlauf der Ereignisse immer bohrender: lohnt es sich, für seine Ideale zu kämpfen?

Im Anschluss Filmgespräch

In Kooperation mit Bio Frankfurt

Druck

Dienstag, 18. Mai 2010, 19 Uhr
Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter, Stephanstr. 6
Jugend-Filmreihe (3)
ein Film von Volker Meyer Dabisch (2008 / 70 Min.)

lovepeaceZischen, Zirpen, Knistern, Knarren, Quietschen, Gluckern, Wummern oder ein schlichtes Plopp - es gibt kein Geräusch, das ein Beat box-Crack nicht mit seinem Mund nachmachen könnte. Beatboxing oder Mouthdrumming gilt nach Rap, DJing, Breakdance und Graffiti als das fünfte Element des Hip-Hop. Wie in vielen anderen Großstädten hat sich auch in Berlin in den letzten Jahren eine vielschichtige Szene entwickelt. Zu ihr gehört 4xsamples. Sie sind die amtierenden Vizeweltmeister im Teambattle und gehören zu den populärsten Bands der Republik. Die von DJ Mesia, BeeLow und dem 2003 ermordeten Maxim erfundene Beatboxmeisterschaft ist mittlerweile bis nach Australien exportiert worden.
2006 begann der Filmemacher Volker Meyer-Dabisch die Protagonisten der Berliner Beatbox-Szene bei ihren Auftritten, im Studio und beim Proben zu beobachten. In seinem Film LOVE, PEACE & BEATBOX stellt er jetzt die wichtigsten Protagonisten der Szene vor, lässt sich ein in ihren Kosmos der Töne, Rhythmen und Geräusche, lauscht ihrer Kunst und erklärt dem Publikum die Beatbox-Welt.

Im Anschluss Filmgespräch

Dieser Filmabend findet statt in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Frankfurt und der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter

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Montag, 17. Mai 2010, 20 Uhr
Depot 1899
Filmreihe Afghanistan (1) / ARD-Preview
ein Dokumentarfilm von Elke Jonigkeit (2010 / 45 Min.)

Achtung: außer der Reihe am Montag

uberleben-in-kabul-hapenIm März reiste Elke Jonigkeit nach Kabul, um drei Frauen wiederzutreffen, die sie seit 25 Jahren mit der Kamera begleitet. Sie filmte während der Sowjetzeit und beim Sturz der Taliban. Nun sollen die ISAF-Truppen dem Land Sicherheit für eine Demokratie nach westlichem Vorbild bringen. Wie sieht die Wirklichkeit aus? Was haben die Frauen gewonnen?
Elke Jonigkeit blickt tief hinein in eine dem Fremden sonst verborgene Welt. Da ist Parwin, Direktorin eines Mädchen-gymnasiums. Sie hat den Niedergang ihres Landes, die Verrohung der Sitten über Jahrzehnte durchlitten. Ohne männliche Begleitung darf sie sich nicht auf die Straße wagen. Heute ist sie wütend, weil teure Privatschulen wie Pilze aus dem Boden schießen. Mit zehnfachen Gehältern werben sie die wenigen Lehrer von ihrer staatlichen Schule ab. Fassungslos steht Parwin vor den neuen glitzernden Hochzeitspalästen Kabuls, wo Abend für Abend die Kinder der neuen Reichen teure Feste feiern.
Da ist die Arbeiterin Hafiza. Während der Sowjetzeit leitete sie die Werkstatt eines großen Baukombinates, jetzt betreut sie die Schneiderei im Frauengefängnis von Kabul. Hafiza ist Witwe, war einst Zweitfrau ihres Mannes, heute wollen ihre Töchter Ärztin werden, Journalistin oder „etwas mit Computer”. Aber müssen sie nicht eine Zwangsheirat fürchten wie so viele Mädchen in Afghanistan? Immer mehr flüchten in ihrer letzten Not in die grausame Selbstverbrennung, oder sie landen im Frauen-gefängnis von Kabul, weil sie ihrem Ehemann davonlaufen wollten.
Elke Jonigkeit lässt die Zuschauer ihrer Dokumentation unmittelbar teilhaben am Schicksal von Parwin, Hafiza und ihren Töchtern. Von großer Kraft und Schönheit weiß sie zu erzählen, aber auch von bitterer Enttäuschung und Unsicherheit.
Für Elke Jonigkeit ist Afghanistan wie eine zweite Heimat. Vor zwei Jahren haben wir ihren Film „Sterne am verbrannten Himmel - die Frauen von Kabul” in der Naxoshalle in Anwesenheit der Regisseurin gezeigt. Nun zeigt der HR in einer ARD-Erstausstrahlung am Mittwoch, den 19. Mai um 23 Uhr den Nachfolgefilm unter dem Titel „Überleben in Kabul”. Als Preview können Sie den Film schon zwei Tage vorher im Depot 1899 sehen und mit der HR-Redaktion und der Regisseurin besprechen.

Im Anschluss Filmgespräch

Dienstag, 11. Mai 2010, 20 Uhr
Depot 1899
Filmabend zum Tag der Befreiung vor 65 Jahren, am 8. Mai 1945
ein Dokumentarfilm von Sibylle Tiedemann (2007 / 70 Min.)

briefe-aus-chicago-eltern-tochter„Briefe aus Chicago” ist ein ganz persönliches Film-Portrait über Lore Frank, geb. Hirsch (*1917), und Gustav Frank (1912-2004), zwei schwäbische „Urgesteine” aus Ulm, die nach der Emigration 1939 in die USA, in Chicago heiraten und ein neues Leben beginnen.
Gustav Frank ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Schon als Kind in Ulm dachte er sich immer aus, wie etwas als Fotografie herauskommen würde, wenn er einmal eine Kamera hätte. Seine ersten Portraits der in Süddeutschland weit verzweigten jüdischen Familie und die Stadtlandschaften aus dem „alten” Ulm entstehen bereits 1925 mit einer Plattenkamera. Als Amerikanischer Soldat kehrt er 1945, auf der Suche nach seinen Eltern, zurück und fotografiert die total zerstörte Heimatstadt. Als er die leeren Fenster der Ruinen sieht, bleibt ihm beinahe das Herz stehen. Seine Suche ist vergebens, die ganze Familie ist im Holocaust ermordet worden.
Der Film zeigt die Bilder aus der Kindheit in Ulm, die ersten Fotografien im Exil, die Bilder des doppelten Verlustes der zerstörten Heimat nach dem Krieg und den Aufbruch in eine neue Welt, die nicht verschiedener sein konnte. Der Film vermittelt auf eindrückliche Weise, welche Rolle die Erinnerung im Leben spielt und was es bedeutet, in der Emigration alt zu werden und dabei nicht den Humor zu verlieren. Am Ende erlischt mit dem Gedächtnis auch die Erinnerung.

Im Anschluss Filmgespräch

Dienstag, 4. Mai 2010, 20 Uhr
Depot 1899
Filmreihe "Winners & Losers" (4)
ein Dokumentarfilm von Martin Keßler (2005 / 90 Min.)

neue-wutMontagsdemos gegen Hartz IV oder der Arbeitskampf bei Opel. Es sind Wut und Angst, die die Menschen treiben: Wut über die schamlose Bereicherung bei „denen da oben” und immer neue Einsparungen „bei denen da unten”. Und die Angst, sozial abzustürzen. Endgültig.
Im Mittelpunkt des Films stehen die Arbeitslose Barbara Willmann, der Opelarbeiter Paul Fröhlich, die Attac- Aktivisten Pedram Shahyar und Werner Hallbauer sowie Andreas Ehrholdt, Initiator der Montagsdemos gegen Hartz IV, u.a. Martin Keßler und sein Team haben sie über ein Jahr lang begleitet. Um zu zeigen, wohin sie ihre Wut treibt und ob aus all dem eine neue soziale Bewegung entsteht. Und wie die Regierung reagiert. Ob es ihr gelingt, die Wütenden zu besänftigen oder ob die Wut der Bürger die Regierenden zu Fall bringt.
„neueWUT” erzählt die „wahre Vorgeschichte” der vorgezogenen Bundestagsneuwahlen und wie es weitergeht, wenn der Sozialstaat weiter abgebaut wird. Und wie eine andere Politik aussehen könnte. Im Film kommen auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, Dr. Peter Hartz, DGB-Chef Michael Sommer und der Wirtschaftswissen-schaftler und Jesuitenpater Prof. Friedhelm Hengsbach zu Wort.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Regisseur Martin Keßler
  • Prof. Dr. Franz Segbers, Dozent an der Universität Marburg und Author des kürzlich erschienenen Buches „Als Kunde bezeichnet - als Bettler Behandelt”

Moderation Wolf Lindner, naxos.KINO IM THEATER