Dienstag, 30. März 2010, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Schöne Künste" (1)
ein Dokumentarfilm von Saskia Walker (2006 / 70 Min.)
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Berlin 1964. Der junge, schon berühmte Schriftsteller Uwe Johnson hat sich einen Fernseher ausgeliehen und rezensiert das Programm der DDR für den Tagesspiegel in täglichen Kolumnen. Mit den Mitteln eines genauen, unbestechlichen Chronisten und Literaten befasst er sich mit den Inhalten des Programms, lobt, kritisiert und erfindet Zeitungsenten. Johnsons Rezensionen des Ost-Fernsehprogramms im West-”Tagesspiegel” sind ein Versuch, politischen Einfluss zu nehmen und die drohende Spaltung Deutschlands aufzuhalten.
Der Film wählt elf Rezensionen aus, die von einem Schauspieler eingelesen werden. Die Themen sind überwiegend politisch und kreisen um deutsch-deutsche Gegenwart und Vergangenheit. Dabei hinterfragt Johnson die Ost- und die West-Politik gleichermaßen. Die ironischen, pointierten, aber immer sehr ernst gemeinten Rezensionen werden mit ausführlichen Ausschnitten aus den Sendungen montiert.
UWE JOHNSON SIEHT FERN gibt ein Bild der frühen 60er Jahre in Berlin, eine Befragung der Mediengeschichte des Fernsehens, Einblick in die Arbeit des berühmten Schriftstellers aus der Quelle seines Schreibens und erzählt die Geschichte der Teilung Deutschlands. Regisseurin Saskia Walker hat die Sendungen, die Johnson damals besprach, im Archiv aufgespürt und zeigt Material, das jahrzehntelang vergessen war - gefiltert durch Johnsons scharfsinnige Texte.
Im Anschluss Filmgespräch mit
- Regisseurin Saskia Walker
- Dr. Eberhard Fahlke, ehemaliger Leiter des Uwe-Johnson-Archivs Frankfurt
Moderation: Wolfgang Voss, naxos.KINO IM THEATER
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Dienstag, 23. März 2010, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Über-Leben" (1)
ein Dokumentarfilm von Alexandra Pohlmeier (2009 / 90 Min.)
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HIMMEL UND MEHR zeigt Leben und Werk der heute 92jährigen Bildhauerin Dorothea Buck, die sich nach fünf psychotischen Schüben selbst geheilt hat.
1917 geboren gerät Dorothea Buck mit neunzehn Jahren in eine schwere psychische Krise. Die ärztliche Diagnose Schizophrenie stempelt sie im Dritten Reich als minderwertig ab, gemäß dem Erbgesundheitsgesetz wird sie 1936 zwangssterilisiert. Einige Jahre später entgeht sie nur knapp der Euthanasie. Entgegen der ärztlichen Unheilbarkeitsprognose versucht Dorothea Buck zu verstehen, was sie in die Psychose getrieben hat und entwickelt eine eigene Theorie ihrer Erkrankung. So findet sie schließlich den Schlüssel zu ihrer endgültigen Heilung. Untrennbar damit verbunden ist ihre Entwicklung zu einer ausdrucksstarken und vielfach ausgezeichneten Bildhauerin. 2008 wurde sie mit dem Großen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Die Regisseurin Alexandra Pohlmeier hat Dorothea Buck zwischen 2001 und 2008 regelmäßig in ihrer Hamburger Atelierwohnung besucht und auf ihren Reisen begleitet, um diese große Lebenserzählung festzuhalten. Ergänzt wird diese durch die Außenperspektive der jüngeren Schwester, die ein Schlaglicht auf die Rat- und Hilflosigkeit von Angehörigen psychisch Erkrankter wirft.
Akzentuiert eingeschnitten zeugt Dorothea Bucks bildhauerisches Schaffen von einer außerordentlich kraftvollen Persönlichkeit. HIMMEL UND MEHR ist ein Film über eine mutige Frau - ein Film, der Mut macht.
Im Anschluss Filmgespräch mit
- Regisseurin Alexandra Pohlmeier
- Betroffene, Künstlerin unf Autorin Natalie Seeger
Moderation: Wolf Lindner, naxos.KINO IM THEATER
Dieser Filmabend findet statt in Kooperation mit dem Modell-Projekt „Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung”, Diakonisches Werk für Frankfurt am Main.

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Montag, 22. März 2010, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmpremiere in Kooperation mit dem Theater Willy Praml
Film-Dokumentation von Otmar Hitzelberger (2009 / 75 Min.)
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Mit seiner Produktion DIE 1002te NACHT hat sich das Theater Willy Praml im Sommer 2009 eines hoch aktuellen Themas angenommen: Das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne.
Der Theater Doppelabend umfasste das zeitgenössische Theaterstück “Schwarze Jungfrauen” von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, das Interviews mit jungen in Deutschland lebenden Muslima zu Monologen verdichtet und für die Bühne bearbeitet. Dem stellte Praml Friedrich Hebbels selten gespielte Tragödie “Gyges und sein Ring” aus dem 19. Jahrhundert gegenüber.
Der Frankfurter Filmemacher Otmar Hitzelberger hat die Entstehung der Theaterproduktion zwei Monate lang mit seiner Kamera begleitet und seine Eindrücke zu einer 75minütigen Filmdokumentation verarbeitet. Diese zeigen wir gemeinsam mit dem Theater Willy Praml als Premiere.
Im Anschluss Filmgespräch mit
- Regisseur Otmar Hitzelberger
- Willy Praml und das Theaterteam
Kartenreservierung über das Theaterbüro: 069 / 43 05 47 34
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Dienstag, 16. März 2010, 19 Uhr
Naxoshalle
Jugend-Filmreihe (1)
eine weltweite Graffiti-Dokumentation von Daniel Thouw (2007 / 63 Min.)
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Graffiti - Tags, Throwups und Pieces - sind Teil fast jeder großen Metropole dieser Welt. ALTEREGO nimmt Sie mit auf eine Reise zu neun großen Städten, in sieben verschiedene Länder und in das Leben von einigen sehr leidenschaftlichen Individuen, die sich mit ihren geschriebenen Identitäten an der Grenze von Kreation und Zerstörung, Kunst und Vandalismus bewegen.
Die Protagonisten beschreiben was sie bewegt, den öffentlichen Raum zu gestalten und für ihren persönlichen Ausdruck zu nutzen. Sie erklären ihre Arbeiten, ihren persönlichen Hintergrund und was Graffiti ihnen bedeutet. Sie sprechen über ihre Sichtweise auf Rolle und Position von Graffiti in der Kunstwelt und den Einfluss, den sie hat auf Werbung, den öffentlichen Raum und die Gesellschaft. Die Kamera folgt ihnen an Orte, die man normalerweise nicht so einfach zu Gesicht bekommen würde, begleitet sie sowohl bei ihren urbanen Missionen als auch in ihre Ateliers und ihr Zuhause.
Diese weltweite Dokumentation gibt uns einen intimen Einblick in die Details einer zurückgezogenen und öffentlichkeitsscheuen Bewegung, die gleichzeitig wohl die größte Kunstbewegung aller Zeiten ist, und dennoch oftmals nicht als solche verstanden wird. „Die Stadt sollte nicht völlig sauber sein, das reflektiert nicht die Menschen, die darin leben”, sagt Askew aus Neuseeland.
Die meisten der Protagonisten verfolgen derzeit eine professionelle Karriere, entweder als Künstler oder Designer, aber auch in Berufsfeldern, die nicht einmal entfernt mit Kunst zu tun haben. Sie kommen aus verschiedenen sozialen Umfeldern, verschiedenen Ländern und Kulturen. Aber Sie haben eine Gemeinsamkeit, in der alle diese Unterschiede unwichtig werden - ihre Liebe für die Kreation ihres Ausdrucks und alles was damit zusammenhängt.
Im Anschluss Filmgespräch
Dieser Filmabend findet statt in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Frankfurt am Main.
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Dienstag, 9. März 2010, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frauen machen Filme" (1)
ein Dokumentarfilm von Juliane Schuhler (2003 / 90 Min.)
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Wenn Ritva (69) mit ihrer Tochter Ulla (43) und ihrer Enkelin Lotta (20) über die Männer und die Liebe redet, dann scherzt sie gern “Ich glaube, die finnischen Männer müssen bald eine Gesellschaft gründen, so stark sind wir Frauen.” Der Film zeigt, wie die Stärke in den 3 Frauen entstanden ist und welchen Preis sie dafür zahlen mussten.
Für die Großmutter Ritva war es am leidvollsten ihren eigenen Weg zu finden. Als sie mit 21 ihre große Liebe Erkki heiratet und mit ihm 4 Kinder bekommt, scheint ihr Glück perfekt. Doch dann erfährt sie über die eignen Kinder, dass ihr Mann eine Beziehung zu seiner Sekretärin hat. Und so beginnt Ritva mit 55 Jahren noch einmal ein neues Leben. Sie absolviert die Ausbildung zum diplomatischen Dienst und arbeitet bis zu ihrer Pensionierung an Konsulaten in Russland und Estland. Danach zieht sie nach Lappland.
Ihre Tochter Ulla ist der Prototyp einer modernen finnischen Frau, die sich wenig um Konventionen schert und als allein erziehende Frau von 2 Töchtern zielstrebig ihre Karriere verfolgt. Nach der Geburt der 2. Tochter hat sie ihren Mann verlassen. Seitdem befreundet sie sich mit verheirateten Männern, da sie so ihre Freiheit besser erhalten kann. Mit 39 Jahren gebärt sie die Tochter ihrer Schwester, die kein Kind austragen kann. Um wieder fit zu werden trainiert Ulla für den Marathonlauf und bringt es zu internationalen Erfolgen. Der Film zeigt sie beim Marathonlauf in Stockholm, wo sie sehr gut abschneidet.
Kein Wunder, dass ihre Tochter Lotta sagt, mit dieser Mutter aufzuwachsen sei nicht einfach gewesen, aber sie ist auch stolz auf ihre Mutter. Lotta hat sich schon mit 14 Jahren mit Jussi befreundet und lebt mit ihm zusammen. Die Ratschläge von ihrer Oma und ihrer Mutter in Sachen Liebe weist sie vehement zurück: “Was soll ich von Euch schon lernen?”
Der Film begleitet die 3 Frauen vom tiefen Winter in Lappland, bei Lottas Abschluss in Helsinki und bis zum gemeinsamen Mittsommerfest im Sommerhaus der Familie am Meer.
Im Anschluss Filmgespräch
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Dienstag, 2. März 2010, 20 Uhr
Depot 1899
Filmreihe Winners & Losers (1)
ein Dokumentarfilm von Alexander Adolph (BRD 2006 / 84 Min.)
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Man nennt sie Hochstapler oder Millionenbetrüger. Sie selbst bezeichnen sich als Märchenerzähler. DIE HOCHSTAPLER zeigt vier Männer, die ein besonderes Wissen weitergeben: Wie man andere belügt, betrügt, manipuliert, für dumm verkauft, wie sie sich Geld, Aufmerksamkeit und Liebe erschwindelt haben - und was das Lügen mit einem anstellt.
Regisseur Alexander Adolph brauchte Jahre, um geeignete „Hauptdarsteller” zu finden und ihr Vertrauen zu gewinnen: Die Mitwirkenden mussten bereit sein, Akteneinsicht über ihre Straftaten zu erteilen und ihre Anwälte von der Schweigepflicht zu befreien. Mit diesen Fakten ihres Lebens wurden sie dann in mehrtägigen Interviews konfrontiert.
Der Eine machte sich einen braven Familienvater zum Freund, um Macht über ihn zu gewinnen und ihn ganz langsam zu ruinieren. Der Andere ist mit ungedeckten Schecks durch Deutschland gezogen und fühlte sich wie ein König dabei. Der Dritte, gelernter Schrottzerleger, organisierte als amerikanischer Major eine Nato-Sicherheitskonferenz, gern gab er sich auch als Diplomat und persönlicher Freund Joschka Fischers aus. Der Vierte verkaufte Anteile eines Vermögens, das es nicht gab - und besaß einen Learjet, mehrere Häuser und die Gunst der besten Kreise Hamburgs, die er um 600 Millionen Mark erleichterte. Vor der Kamera sprechen alle vier freimütig über ihre Taten, ihre Opfer und sich selbst.
Was auf den ersten Blick ein sensationeller und mitunter sehr komischer Einblick in die Welt des Verbrechens zu sein scheint - vier Protagonisten, die packend und unterhaltsam erzählen - birgt etwas ganz anderes: Ein Kammerspiel über den Mechanismus des Lügens. Über den Wunsch, nicht der zu sein, der man ist. Vor allem aber handelt DIE HOCHSTAPLER von einer Gier, die in uns allen steckt - und das ist nicht die Gier nach Geld, sondern nach Anerkennung und Liebe.
Im Anschluss Filmgespräch mit
- Regisseur Alexander Adolph
- Protagonist Gert Postel (Hochstapler)
- Prof. Dr. Rudolf Egg, Dipl. Psychologe, Kriminologe, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden
- Moderation: Wolf Lindner und Malies Ortmeyer, naxos.KINO IM THEATER
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