Archiv für November, 2009

Dienstag, 24. November 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt (100 Min. / 2007)

grundeinkommenDer erste Film zu dem Zukunftsthema, das keinen kalt lässt: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Das löst Emotionen aus und Fragen: Mehr Möglichkeiten zur eigenen Initiative? Oder der Untergang der Leistungsgesellschaft? Und wie soll es bezahlt werden?
Der Film mischt Festgefahrenes auf, zeigt Überraschendes, lässt mit- und weiterdenken. Nehmen wir das Ganze einmal persönlich. Das bedingungslose Grundeinkommen bringt neue Energien in alle gesellschaftlichen Bereiche. Und überraschend wird es gerade da, wo man Trockenheit erwartet: Tabuthemen sind nicht ausgespart.
Mit einfachsten Mitteln gemacht ist der Film ein Debüt zweier, die auszogen, der Welt das Fürchten zu nehmen.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Wolfgang Christoph und weiter Mitglieder der AG Grundeinkommen Rhein-Main

Moderation: Ute Süßbrich und Wolfgang Voss, naxos.KINO IM THEATER

Donnerstag, 19. November 2009, ab 19 Uhr
Naxoshalle
Erhaltet das naxos.KINO!

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naxos.KINO IM THEATER lädt ein zu einem großen Benefizfest. Geplant ist ein buntes Programm aus Theaterszenen, Kabarett, Lesungen und jede Menge Musik.

Dafür gibt es gleich zwei Gründe: naxos.KINO IM THEATER ist dieses Jahr - erstmals mit dem Hessischen Kinopreis ausgezeichnet worden. Für das Kinoteam, bestehend aus ehrenamtlichen Mitarbeitern die naxos.KINO neben ihrem Beruf realisieren, bedeutet die Preisverleihung die öffentliche Anerkennung ihres Engagements und der geleisteten Arbeit. Der Preis ermutigt und bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Er zeigt, naxos.KINO IM THEATER ist aus der hessischen Filmlandschaft nicht mehr weg zu denken! Das wollen wir feiern!

Der zweite - und zwingendere - Grund ist: Um unser ambitionierte Programm weiterführen zu können, reicht leider auch ein Kinopreis nicht aus. Gerade die Kombination von Film und Diskussionsrunde, die wir zu unserem “Markenzeichen” gemacht haben, kostet Geld. Wir laden die Filmemacher/innen und Fachleute ein, es fallen Reisekosten an und anderes mehr. Die dafür notwendigen Mittel nehmen wir über die Eintrittsgelder - trotz stetig wachsender Besucherzahlen - bei weitem nicht ein und auch die knappe öffentliche Förderung lässt erhebliche Lücken. Aber mehr noch: Aktuell bangt naxos.KINO um seine Existenz, denn wir sind verpflichtet, ab  2010 eine  - neben der sonst ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeit auch dringend benötigte - feste halbe Stelle einzurichten. Andernfalls müssen wir Fördergelder zurückzahlen. Für beides fehlt das Geld. Einziger Ausweg aus dieser finanziellen Zwickmühle ist es, die nötigen Mittel auf ideenreichen Wegen zu akquirieren, sonst steht naxos.KINO vor dem Aus.

Doch so schnell lassen wir uns nicht entmutigen und veranstalten ein Benefiz-Fest, zu dem wir Sie herzlich einladen.  Zahlreiche befreundete Künstlerinnen und Künstler haben spontan Ihre Solidarität erklärt und treten am 19. November ohne Gage in der Naxoshalle auf. So kommt ein bunt gemischtes und unterhaltsames Programm zustande - diesmal ohne Film. Der Erlös aus Eintrittsgeldern, Getränke- und Essensverkauf dient dem Erhalt von naxos.Kino.

Kommen Sie zahlreich, unterstützen Sie uns und feiern Sie mit uns!

Auftreten werden :

  • Das OneWorldPercussion Ensemble mit Günter Bozem und Timo Weyell
  • Das Theater Willy Praml mit Szenen aus “Karl Valentin”
  • Der Dritte Welt Haus Chor mit “Liedern die die Welt beweg(t)en”
  • Uwe Schmidt mit “Schiller Das Beste”(Lesung)
  • Vassily Dück mit seinem “Entfesselten Akkordeon” (Solo)
  • Das Tiefenrausch Klangkombinat mit “Wechselspiel der Klangwelten”
  • Bert Bresgen mit “Terror und Tarot” (Lesung)
  • Die Menschlich feinen Kerls mit “Rockmusik vom Feinsten”
  • Das Babenhäuser Pfarrer-Kabarett mit Ausschnitten aus seinem Programm “Schlange stehen im Paradies”,
  • Die Handlebars mit “Hillbilly Grunch, Mountain Metal und andere dekonstruierte Vergnügen”
  • Ab ca. 23.30 Uhr: Disko mit DJ Thomas

Durch das Programm führt: Gregor Praml

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Dienstag, 17. November 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frauen machen Dokumentarfilme" (4)
Dokumentarfilm von Loretta Walz (89 Min./ 2005)

die-frauen-von-ravensbruck“Solidarität war das einzige, was wir hatten”, erinnert sich eine der Frauen von Ravensbrück, dem größten Frauenkonzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Für ihre Dokumentation hat sich Loretta Walz Geschichten aus dem Innenleben dieses Lagers erzählen lassen. Rund 200 Überlebende hat die Filmemacherin in mehr als 20 Jahren vor der Kamera interviewt, hat dafür 15 west- und osteuropäische Länder bereist. Knapp 50 dieser Frauen kommen in dem Film zu Wort. Sie erzählen von der entwürdigenden Ankunft, dem Zählappell und der Zwangsarbeit. Die Frauen mussten medizinische Experimente, Sterilisationen und Hunger aushalten. Sie brachten hier sogar Kinder zur Welt. Einige Frauen leiden Jahrzehnte später gar unter dem “Schuldgefühl, überlebt zu haben”, nachdem aus Ravensbrück ein Vernichtungslager wurde. Und doch bildete sich innerhalb des Lagers fast so etwas wie eine normale Gesellschaftsordnung heraus, erinnert sich die Französin Violette Ledoq, die als Krankenschwester in Ravensbrück eingesetzt war und den grausamen Alltag in Zeichnungen festgehalten hat. So habe es den Elite-Block gegeben, wo etwa Frauen lebten, die für Büroarbeiten eingesetzt wurden und sich so das Recht zu duschen erarbeiteten. Andere wurden wiederum zu “Versuchskaninchen” degradiert und “im Dienste der Medizin” absichtlich mit Krankheiten infiziert. Kombiniert mit wenigen historischen Aufnahmen, zeichnen die Erinnerungen ein eindringliches, ein intensives Bild vom Alltag der Frauen von Ravensbrück.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Regisseurin Loretta Walz

Moderation: Gila Eggerstedt, naxos.KINO IM THEATER

Die Filmreihe „Frauen machen Dokumentarfilme” wird gefördert durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt.

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Dienstag, 10. November 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Zum 9. November 1938 - Reichspogromnacht
Dokumentarfilm von Michael Verhoeven (90 Min. / 2008)

menschliches-versagenDas Ende des Holocaust, die brutale Auslöschung von Millionen von Menschenleben, ist - zumindest in seinen wichtigsten Fakten - bekannt. Viel weniger dokumentiert und bis heute viel weniger vorstellbar sind die Anfänge des Verbrechens mitten in einer „normalen” Gesellschaft. In seinem Film “Menschliches Versagen” geht der renommierte, vielfach preisgekrönte Autor und Regisseur Michael Verhoeven daran, anhand der konkreten Geschichten von Betroffenen den Vorgang der Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation der jüdischen Mitbürger aufzuzeigen.
Wie kann es sein, dass ein so eklatantes Unrecht durch immer neue Gesetze rechtsförmig gemacht wurde? Warum haben sich die damit befassten Behörden so intensiv, oft übereifrig am Holocaust beteiligt? Warum haben die meisten nicht-jüdischen Deutschen so wenig dagegen unternommen? Wie war es möglich, sie alle zu Komplizen zu machen? Warum hat es quer durch ein riesiges Reichsgebiet so wenig Mut zum Aufbegehren und so wenig Kraft zum Widerstand gegeben? Der zentrale Themenbereich des Filmes ist die sogenannte “Arisierung” von jüdischem Eigentum und Vermögen, die vollständige Ausraubung der jüdischen Bevölkerung - die nach dem Krieg durch Rückerstattung oder Schadensersatz nur zu einem geringen Prozentsatz wieder „gut” gemacht worden ist.
Michael Verhoevens Film wirft die beunruhigende und bis heute beschämende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist. Schwerpunkte dieser Spurensuche sind Köln und München.


Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Prof. Wolfgang Dreßen, Historiker und Experte für Neonazismus, Fachhochschule Düsseldorf

Moderation: Susanne Hillebrand, naxos.KINO IM THEATER

Dienstag, 3. November 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frauen machen Dokumentarfilme" (3)
Dokumentarfilm von Hannah Leonie Prinzler (75 Min. / 2008)

canto-y-danza_vor-rot1Ligia Luna und Tatiana Miranda gehören zu der Generation junger Nicaraguaner, die nach der sandinistischen Revolution in den 80er Jahren zum Studium ins sozialistische Ausland geschickt werden. Mit dem Kunststudium erfüllt sich für sie ein Traum. Doch während ihrer Studienzeit in Europa zerfällt nicht nur der Ostblock, auch in Nicaragua sind bei ihrer Rückkehr zu Beginn der 90er Jahre alle revolutionären Hoffnungen gescheitert.
Tatiana lebt deshalb heute als Sängerin in Berlin. Ligia dagegen möchte Nicaragua trotz der Schwierigkeiten, die sie als Tänzerin hat, nicht verlassen. Der Film ist eine Annäherung an zwei starke und außergewöhnliche Frauen, die diesseits und jenseits des Atlantiks einen selbst bestimmten Weg gehen. Mit dem Gesang und Tanz der beiden Protagonistinnen, mit Alltagsbeobachtungen und Archivmaterial erzählt er - mal in heiteren und dann wieder in leisen Tönen - von verlorenen Träumen, dem Leben in der Fremde und der Sehnsucht nach einem Land, das so niemals existierte.

Im Anschlusse Filmgespräch mit

  • Regisseurin Hannah Leonie Prinzler
  • Vertreterin des Vereins “Pan y Arte für Nicaragua” (angefragt)

Moderation: Sandra Zimmermann, naxos.KINO IM THEATER

Die Filmreihe „Frauen machen Dokumentarfilme” wird gefördert durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt.

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