Archiv für März, 2009

Dienstag, 31. März 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Armenien" (2)
Dokumentarfilm von Alexander Gutmann (2002 / 96 Min / OF mit deutschen Untertiteln)

fresko-kirche-an-sewanseeDie Stadt Gumri in Armenien wurde im Jahr 1988 von einem schweren Erdbeben heimgesucht, bei dem Zehntausende Menschen starben. Die Folgen sind noch heute allgegenwärtig. In dieser Stadt wächst Warusch auf, ein dreizehnjähriger Junge. Seine besten Freunde sind seine Tauben. Der Junge lebt bei seiner Großmutter. Warusch geht nicht zur Schule, er treibt sich auf dem Friedhof der Stadt herum. Die älteren Friedhofswärter, Steinmetze und der geistliche Vater Tatul bemühen sich redlich, dem Jungen den Weg ins Leben zu weisen. Einem Fresko gleich erzählt der Film vom Erwachsenwerden, vom Leben und Vergehen in einer fremden Welt.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Regisseur Alexander Gutmann aus St. Petersburg,
  • Wolf Reifenrath, erfahrenen Katastrophenhelfer des deutschen Roten Kreuzes, der in vielen Teilen der Welt im Einsatz war, darunter viele Jahre in Armenien.

Es moderiert Wolf Lindner, naxos.KINO IM THEATER.

Die Armenien-Filmreihe wird unterstützt vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt.

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Dienstag, 24. März 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Armenien" (1)
Dokumentarfilm von J. Michael Hagopian (2003 / 60 Min)

Die Filmreihe "Armenien" zeigen wir in Kooperation mit dem Museum der Weltkulturen, Frankfurt (Schaumainkai 29), und begleitend zur dortigen Ausstellung "Sevrugian – Bilder des Orients in Frotografie und Malerei 1880-1980".

germany-and-fluchtlingszug-klDeutschland spielte In vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle beim Genozid an den Armeniern im Jahr 1915. Die zentralen Stellen des Deutschen Reiches wussten vom Völkermord. Warum blieb das politische Berlin stumm? Warum machte man nicht seinen großen Einfluss auf das verbündete Osmanische Reich geltend?
Der Film beschreibt die engen Beziehungen zwischen den beiden Staaten und die geostrategischen Interessen des Deutschen Reiches. So sollten mit der Bagdad-Bahn Deutschlands koloniale Expansionsträume im Mittleren Osten Wirklichkeit werden. Der Bau war die größte überseeische Investition und wurde u.a. von der Deutschen Bank finanziert. Und die deutsche »Militärmission« reformierte offiziell die osmanischen Streitkräfte. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs sollte in jeder türkischen Kommandoeinheit ein deutscher Offizier anwesend sein. Insgesamt dienten damals über 12.000 deutsche Soldaten in der Armee des Bündnispartners.
Der Film zeigt, wie sich Rassenhass mit strategischem, ökonomischem und militärischem Kalkül verband. »Die Armenier sind neunmal schlimmer als die Juden«, sagte der deutsche General Bronstein von Schellendorf, Chefberater der osmanischen Militärs. Der Dokumentarfilm macht auf erschreckende Parallelen zum Holocaust aufmerksam. So wurden einige der damaligen Soldaten später ranghohe Nationalsozialisten, etwa Rudolf Höss, der Kommandant von Auschwitz.
Der Film ist der zweite Teil der »Zeugen«-Trilogie des Regisseurs. Er hat drei Jahrzehnte lang Hunderte von Interviews mit armenischen Überlebenden des Genozids geführt. Ausschnitte aus dieser Interviewserie sind auch in diesen Film eingearbeitet. Es ist das Verdienst des Films, die wenig bekannte Verwicklung des Deutschen Reiches mit dem Genozid mit einzigartigen Archivaufnahmen und neuen historischen Erkenntnissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Raffi Kantian, armenischer Autor, Übersetzer und Herausgeber der Deutsch-Armenischen Korrespondenz,
  • Hilmar Kaiser, Historiker, der im Rahmen seines Spezialgebietes „türkische Geschichte” als der führende Fachmann für den Völkermord an den Armeniern
  • Ali Ertem, Vorsitzender des Vereins der Völkermordgegner

Es moderiert Wolf Lindner, naxos.KINO IM THEATER

Die Armenien-Filmreihe wird unterstützt vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Frankfurt-

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Dienstag, 17. März 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frankfurt im Film" (2)
Dokumentation von Wolf Lindner (BRD 2006 / 75 Min)

praml-1-klSeit 40 Jahren macht Willy Praml Theater. Er ist hinausgegangen zu den Menschen: den Lehrlingen der Farbwerke Höchst z. B. oder den Einwohnern von Niederbrechen. Mit ihnen gemeinsam hat er Theaterstücke entwickelt, inszeniert und vor Ort aufgeführt. Im Mittelpunkt standen dabei die Lebenserfahrungen, Ansichten und Themen, die das kulturelle und soziale Milieu der Beteiligten bühnenwirksam zum Ausdruck bringen. So entstand Lehrlingstheater, Dorftheater und Theater mit gesellschaftlichen Gruppierungen der unterschiedlichsten Milieus und Nationalitäten.
Seit 1991 betreibt Willy Praml sein eigenes, professionelles freies Theater in Frankfurt am Main, zunächst an jeweils unterschiedlichen, teilweise auch theaterfremden Orten: in einer Diskothek, einer Tiefgarage, einer Hafenschmiede, sogar in der berühmten Paulskirche u.v.a.m.. Dabei setzt sich Praml mit den großen Mythen und Stoffen unserer Kulturgeschichte, meist in aufwändigen und raumgreifenden Inszenierungen, auseinander. Ein wesentliches Ziel seiner gesamten (nicht nur Theater-) Arbeit war und ist die Emanzipation der Beteiligten wie auch der Zuschauer und die Ermunterung zum engagierten öffentlichen Handeln.
Der vorliegende Film entstand zu Willy Pramls 65. Geburtstag vor drei Jahren. Wolf Lindner hat die vorliegenden Filmaufzeichnungen aus vier Jahrzehnten gesichtet und in 75 Minuten wesentliche Momente von Pramls bisherigem Werk umrissen.

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • Willy Praml
  • Esther Boldt, Theaterwissenschaftlerin und Journalistin
  • Helmut Postel, Dramaturg a.D. an diversen deutschen Stadttheatern
  • Jan Deck, Geschäftsführer des Landesverbandes Professioneller Theater in Hessen e.V. (Laprof).

Es moderiert Sandra Zimmermann, naxos.KINO IM THEATER

Dienstag, 10. März 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Frankfurt im Film" (1)
Dokumentarfilm von Samuel Schirmbeck (BRD 1989 / 44 Min)

Vorfilm von Fritz Roth (ca. 10 Min.): Ausschnitte aus einem 8 mm-Film über die frühere Linie 7, die über die Eckenheimer Landstraße fuhr.

u5_1986Stadt statt Auto: Drei Städte, drei Konzepte: 1989 drehte der Frankfurter Filmemacher Samuel Schirmbeck die Dokumentation Stadt statt Auto und zeigte den unterschiedlichen Umgang dreier Städte mit dem immer stärker werdenden Verkehrsaufkommen der achtziger Jahre - Frankfurt, Zürich und Bologna.
Zürich wurde in den achtziger Jahren weitestgehend von Autos befreit. Im Gegensatz dazu steht das autogerechte Frankfurt: zwei europäische Metropolen, mit ähnlichen Problemen, jedoch mit völlig unterschiedlichen Lösungen. Den dritten Schwerpunkt bildet Bologna. Der Münchner Architekturprofessor Bernhard Winkler hat die größte Altstadt Europas verkehrsberuhigt, indem er die Stadttore aus dem Mittelalter für Autos schließen ließ. Stadt statt Auto ist das Porträt von Politikern, Stadtplanern und Initiativen, die sich gegen die Diktatur des Autos wehren.

Im Anschluss Filmgespräch und Diskussion zur aktuellen Verkehrssituation in Frankfurt, u.a. zum geplanten Umbau der Fahrstrecke der Linie U 5, mit

  • Regisseur Samuel Schirmbeck
  • Straßenbahnexperte Fritz Roth, der sich seit 50 Jahren mit dem weltweiten Personennahverkehr beschäftigt,
  • Autor und Filmemacher Klaus Gietinger. Gietinger schreibt gerade an seinem Buch “Das Auto - Die größte Massenvernichtungswaffe aller Zeiten”.

Das Gespräch moderiert Elke Peters, naxos.KINO IM THEATER.

Dienstag, 3. März 2009, 20 Uhr
Naxoshalle
Filmreihe "Die Schöpfung bewahren" (1)
Dokumentarfilm von Christoph Walder (2008 / 59 Min)

und-macht-euch-4Der Film entstand im Rahmen der Kampagne „Rettet Hasankeyf - Stop Ilisu” und thematisiert eines der umstrittensten Bauvorhaben der Welt: Den geplanten Staudamm Ilisu am Tigris im Südosten der Türkei. Die entscheidende Rolle bei dem Projekt spielen Deutschland, Österreich und die Schweiz: Abgesichert mit Kreditbürg-schaften dieser drei Länder, finanziert mit zinsgünstigen Krediten von deren Banken, gebaut durch deren Unternehmen - ein Projekt, das in Europa niemals genehmigt würde!
Das Tigristal rund um die Stadt Hasankeyf ist eine beeindruckende und bedeutende Kultur- und Naturlandschaft. In diesem so genannten Zweistromland liegen auch die Wurzeln der westlichen Zivilisation. Seit rund 10 Jahren protestieren Betroffene, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen gegen die humanitären, ökologischen und politischen Auswirkungen des Projektes.
Der Film zeigt die wertvolle ökologische und kulturelle Landschaft in Mesopotamien. Etwa 400 Kilometer des Tigris und seiner Nebenflüsse würden im Falle der Umsetzung zerstört. Unterhalb des Dammes würden künstliche Flutwellen das Ökosystem vernichten, einen Lebensraum für zum Teil weltweit bedrohte Arten und für eine bislang wenig erforschte Flora und Fauna. Über 300 bekannte archäologische Fundstätten würden vernichtet, darunter die antike Stadt Hasankeyf, sowie vermutlich viele noch unbekannte aus 10.000 Jahren Menschheitsgeschichte.
Zigtausende von Menschen müssten ihre Heimat verlassen, Siedlungen und wertvolles Ackerland würden geflutet. Der Plan steht zudem im Widerspruch zu internationalen Abkommen, da die Nachbarstaaten Syrien und der Irak nicht konsultiert wurden. Außerdem würden die ethnischen Konflikte in Anatolien durch den Bau verschärft. Der Baubeginn wurde schon mehrmals öffentlich verkündet und erste Bauvorbereitungs-maßnahmen werden aktuell allen Protesten zum Trotz schon umgesetzt, doch noch kann das Bauvorhaben gestoppt und die Region gerettet werden!

Im Anschluss Filmgespräch mit

  • dem Abteilungsleiter für Auslandskredite des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hans Dietrich Lehmann,
  • dem Leiter der Kampagne gegen den Staudamm und Ko-Regisseur Ulrich Eichelmann
  • Martin Glasenapp von Medico International.

Es moderiert Wolf Lindner, naxos.KINO IM THEATER