Mittwoch, 25. Februar, 19.30 Uhr
Zentralbibliothek (Hasengasse 4)
naxos.KINO in der Winterpause (4)
Dokumentarfilm von Dörte Franke (2008 / 73 Min)
Filmabend begleitend zur Ausstellung der Initiative Stolpersteine in Frankfurt am Main, die im Februar in der Zentralbibliothek gezeigt wird.
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Der Film Stolperstein ist sowohl Künstlerporträt als auch Roadmovie und zugleich die Geschichte des größten dezentralen Denkmals der Welt. Im Zentrum steht Gunter Demnig, Konzeptkünstler mit Cowboyhut, der mittlerweile über 12.000 Namen vergessener Nazi-Opfer in die Bürgersteige Deutschlands und Europas einbetoniert hat.
Sein Projekt wird von Neonazis bekämpft, Vertretern der Jüdischen Gemeinde abgelehnt und ist mancherorts sogar verboten. Doch hinter jedem „Stolperstein” stehen engagierte Helfer und private Spenden. In den letzten Jahren hat sich eine regelrechte Bürgerbewegung formiert, die täglich weiter wächst.
Der Film begleitet einen rastlosen Künstler, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, ausgelöschte Biografien zurück in den Alltag zu bringen. Und Gunter Demnigs Weg führt uns zu Menschen, bei denen diese Minidenkmäler auf ganz unterschiedliche Weise einen Nerv treffen: Zwei Sinti-Angehörige in Österreich sehen darin einen Grabsteinersatz für ihren Großvater, während in Hamburg drei Frauen mühevoll „Stolpersteine” polieren, um das schwierige Erbe ihrer SS-Väter zu verarbeiten. Ein Mann in England kämpft um Stolpersteine vor dem Haus seiner ermordeten Eltern in München und scheitert am Münchner Bürgermeister und Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland.
Eine junge Frau in Ungarn will durch das Kunstprojekt ihre Landsleute zum Reden über eine verdrängte Vergangenheit bringen.
Immer mehr Menschen sehen in Gunter Demnigs kleinen Messingplatten eine Möglichkeit, der Geschichte zu begegnen. Die immense Nachfrage ist kaum mehr zu bewältigen. Der Künstler will aber weiterhin jeden Stein in mühsamer Handarbeit fertigen und verlegen, weil er davon überzeugt ist, dass nur so ein individuelles Schicksal nach Hause gebracht werden kann.
Im Anschluss ein Filmgespräch mit
- den Regisseuren Dörte Franke und Hartmut Schmidt von der Initiative Stolpertein Frankfurt e.V..
Es moderiert Elke Peters, naxos.KINO IM THEATER.
Hinweis: Am 16. und 17. Februar werden weitere Stolpersteine in Frankfurt verlegt. Weiter Infos unter www.stolpersteine-frankfurt.de/aktuell.html
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Samstag, 14. Februar, 16 Uhr
Filmmuseum
Live-Aufzeichnung
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Wer “Knowledge Is The Beginning” gesehen hat, wird das Ramallah Concert nicht vermissen wollen.
Die “live”-Aufzeichnung des Konzerts aus dem “Cultural Palace” in Ramallah vom 21. August 2005 ergänzt, was der Dokumentarfilm nicht mehr zeigt, nämlich die Aufführung des West-Eastern Divan Orchestras unter Leitung von Daniel Barenboim mit Werken von Mozart (”Sinfonia concertante in E flat major, K Anh. 9 (297b), Beethoven (5. Sinfonie) und Elgar (Nimrod aus Enigma Variations,op.36) und kurzen Reden von Nabeel Shath, Mustafa Barghouti nach Mozart, sowie Mariam Said und Daniel Baremboim am Schluß des Konzerts.
Auch wer die vorausgegangene Dokumentation nicht sehen konnte, sollte die Konzertaufzeichnung nicht versäumen.
Da dies eine Zusatzveranstaltung zum vorangegangenen Filmabend ist, findet im Anschluss kein weiteres Filmgespräch statt.
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Dienstag, 10. Februar 2009, 20 Uhr
Filmmuseum
naxos.KINO in der Winterpause (3), Filmreihe "Palästina" (5)
Dokumentarfilm von Paul Smaczny (2006 / 114 Min)
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Auf den ersten Blick gibt es keinen Grund, weshalb ein Weltklasse-Musiker sich das antun sollte. Staub, Dreck, offensichtlich Hitze, zerstörte Gebäude, wenig Charmantes. „Die Israelis haben keine Ahnung, wie das Leben hier ist. Ich glaube, es herrscht Ahnungslosigkeit auf beiden Seiten.”
Daniel Barenboim lässt sich von dem palästinensischen Politiker Mustafa Barghouthi Ramallah zeigen, die Checkpoints, die Mauer, die Jerusalem von den arabisch bevölkerten Gebieten trennen soll und doch nur Palästinenser-Gebiet von Palästinenser-Gebiet separiert. Im Taxi fällt der entscheidende Satz, der dem Dokumentarfilm seinen Titel gab: „Wissen ist der Anfang.” Das Wissen davon, was jenseits der Mauer in den Köpfen ist.
Am Anfang des West-Östlichen Divan Orchesters stand eine visionäre Idee des Israelis Daniel Barenboim und des palästinensischen Literaturwissenschaftlers Edward Said. 1999 keimte sie in der damaligen Kulturhauptstadt Weimar auf, ihre atemberaubende und bisher einzigartige Entwicklung bis 2004 dokumentiert der Film von Paul Smaczny. Es ist die Geschichte der greifbaren Utopie eines Miteinanders der Religionen wie es im mittelalterlichen, arabischen Andalusien einst Realität war. Sevilla ist inzwischen Heimstatt dieses unvergleichlichen Orchesters. Dort wurde der kühne Gedanke geboren, im Nahen Osten, in Ramallah aufzutreten. Die Musik ist das gemeinsame Ziel. Zwischen den Konzerten Fußball zu spielen, funktioniert leichter als über Politik zu reden.” … Dass die jungen Musiker „jetzt - stellvertretend für ihre Völker - miteinander auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten und die jeweils andere Seite respektieren lernen, das ist der große Verdienst des West-Östlichen Divan Orchesters.” (Egbert Tholl).
Im Anschluss Filmgespräch mit
- Filmproducer, Projektentwickler und -begleiter Frank Gerdes
- Cellist Nassib Al-Ahmadieh aus dem west-Östlichen Divan - Orchester. Er ist auch einer der Protagonisten des Films und hat eigens eine Probe abgesagt, um bei uns zu sein.
Es moderiert Ulrike Schneiberg vom Hessischen Rundfunk.
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