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Dienstag, 22. Mai 2012, 19:30 Uhr
Naxoshalle
Von Christian Stahl

(Deutschland 2011 / 93 Min.)

„Ein Messer in der Tasche, Adrenalin im Blut und einen Traum im Kopf: Gangster sein, und zwar der größte überhaupt. Yeha war 15 und nah dran an seinem Traum, als der Filmemacher Christian Stahl ihn im Treppenhaus kennenlernte. Yeha war nicht nur der nette Nachbarsjunge, sondern auch „Boss von der Sonnen-allee“. Mit 17 wird der Sohn palästinensischer Einwanderer, Rütli-Schüler mit lauter Einsen, als „Intensivstraf-täter“ nach einem Raubüberfall zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Regisseur Christian Stahl begleitet ihn durch die Jahre im Gefängnis und parallel dazu seine Familie in Neukölln. Der Zuschauer ist dabei, wenn Yehas Welt- und Gangsterbild wackelt, er in der Knast-hierarchie schnell wieder aufsteigt, sich dem Islam zuwendet und im Knast plötzlich selber Opfer wird. (…) Yeha analysiert sich und seine gesellschaftliche Realität messer-scharf vor der Kamera und kann doch nicht raus aus seiner Haut: „So bin ich aufgewachsen. Selbst wenn ich es falsch finden würde, ich würde mich gar nicht trauen, anders zu denken.“

Gangsterläufer“ zeichnet das eindrückliche Porträt eines „Intensivstraftäters“, dessen Charme, kriminelle Energie und Reflexionsvermögen verblüffen und schockieren. Zwischen muslimischer Tradition und Gangsterträumen, Machoimage und Moschee, dem allgegen-wärtigen Krieg in der fremden Heimat der Eltern und dem Überleben in Europa. Der Film nimmt die Zuschauer mit in die Welt, um die die Integrationsdebatten kreisen, ohne sich auf diese Welt einzulassen. „Gangsterläufer geht nah – und zeigt auch, was es heißen kann, der Beste sein zu wollen. (…)“
(© HANFGARN & UFER, Filmproduktion)


Dienstag, 29.Mai 2012, 19:30 Uhr
Naxoshalle
von Thomas Frickel

(Deutschland 2011 / 86 Min.)

Als einziger natürlicher Satellit der Erde ist der Mond von der Erde gut sichtbar. Seine Gravitationskraft wirkt sich nicht nur auf die Gezeiten des Meeres aus  sondern beflügelt auch die menschliche Vor-stellungskraft. Wie sehr, dass erfährt der amerikanische Journalist Dennis R. D. Mascarenas, der nach “Deckname Dennis” wieder durch Deutschland gereist ist. Als Chefreporter des deutschsprachigen US-Senders DDCTV hat er schon einiges erlebt. Doch sein neuester Auftrag treibt ihn an den Rand der Verzweiflung. Beim Versuch, das Verhältnis der Deutschen zum Mond auszuloten, gerät er mit jedem Schritt tiefer in ein Dickicht seltsamer Erklärungsmuster, die schließlich auf absurde Weise Deutschlands finsterste Vergangenheit lebendig werden lassen.

2012_05_29_mondvWarum werden obszöne Bilder auf den deutschen Personalausweis gedruckt? Wieso protegiert der Außenminister eine Mondscheinfriseuse? Wozu wurde die Bundeskanzlerin mit Plutonium abgefüllt? Weshalb lässt ein Finanzminister Euro-Scheine vergiften? Wer steckt hinter diesen satanistischen Anschlägen? Wie lässt sich die Katastrophe verhindern?

Vielleicht geht es bei all dem ja gar nicht um den Mond, sondern um etwas ganz anderes. Aber um was?

“Die Mondverschwörung” ist ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm. Amüsant wie eine Satire und doch ernst gemeint. Eine Reise in die Welt der Esoterik, des Okkultismus bis hin zu Verschwörungstheorien.

“Alles hängt mit allem zusammen.” Diesen zentralen Satz ganzheitlicher Weltsicht nimmt “Die Mondverschwörung” wörtlich. Von eher harmlosen Spielarten mondgetriebener Alltagsesoterik führt sie den Zuschauer mit jedem Schritt tiefer in ein irritierendes Gestrüpp unkonventioneller Ansichten, abenteuerlicher Beweisketten und absurder Schlussfolgerungen.

Klar wird dabei zunächst nur eines: Um uns herum gehen Dinge vor, von denen wir keine Ahnung haben.

Viel Stoff für das anschließende Filmgespräch mit Regisseur Thomas Frickel!


Di 05.06. 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Johannes Grebert / Christoph Stölzl

Filmbeginn: 19.30 Uhr (ca. 20.45 Uhr Filmgespräch, 21.30 – 0.00 Uhr Oper)

Deutschland 2010, 52 + 150 Minuten

RienziAdolf Hitler hatte mit 17 Jahren Richard Wagners Oper „Rienzi“ gesehen, und das beeindruckte ihn für sein  ganzes Leben. Zwischen Wagners römischem  Opernheld, dem Volkstribun „Rienzi“,
und dem Diktator des „Tausendjährigen Reichs“ gibt es erstaunliche Parallelen, die Christoph Stölzl in seiner Multimedia-Inszenierung 2010 an der Deutschen Oper Berlin ironisch vor Augen führte. Zuvor zeigen wir die Dokumentation der Proben (52 Min.) mit Interviews, durch die Johannes Grebert die Art der Aufführung begründet.


Filmgespräch mit Johannes Grebert zwischen der Vorführung des Dokumentarfilms und der Oper


MONTAG (!), 11.06., 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Lothar Warnke

Sonderveranstaltung zum Büchner-Jahr

Spielfilm, DDR 1979, 123 Minuten

Am 19. Februar vor 175 Jahren ist der Dichter Georg Büchner mit nur 23 Jahren gestorben.

buechner

Das Theater Willy Praml nimmt dies zum Anlass, Büchners Drama „Leonce und Lena“ zu inszenieren. Das naxos.Kino im Theater zeigt ergänzend dazu den Spielfilm „Addio piccola mia – die Biografie Georg Büchners“ von Lothar Warneke. Dieser klassische Spielfilm wurde schon im Jahr 1978 von der DEFA in Ostberlin produziert. Büchner wurde in Darmstadt Mitglied einer „revolutionären Verschwörung“ – er gründete die Gesellschaft für Menschenrechte!


Filmgespräch u. a. mit Theaterleiter Willy Praml und Venera Tirreno Schneider vom Literaturclub der Frauen aus aller Welt


Di., 12.06., 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Beginn der neuen Filmreihe Älter werden
Jan Tenhaven,

Deutschland 2010, 90 Minuten


Im Alter zwischen 80 und 100 Jahren stehen sie im Herbst ihres Lebens, sie kommen aus ganz Europa, sie kämpfen gegen die Einsamkeit, gegen Krankheiten – und für Gold ! Ihr gemeinsames Ziel: die Teilnahme an der nächsten Leichtathletik-WM der Senioren in Finnland. Es ist ein trotziger Wettlauf gegen die Zeit, der auf eine sehr lebensbejahende Weise das Altwerden in verschiedenen Ländern beleuchtet. Ein Film über das Leben und vielleicht auch über den Tod.

herbstg

Filmgespräch mit Matthias Hüfmeier, Begegnungszentrum Bockenheim und Uschi Frenzel-Erkert, Uni Frankfurt / Inst. f. Gerontologie A