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Kino-Ferien bis zum 22.03.2016

naxos.KINO-Ferien bis 15. 3. 2016

typisches Filmgespräch zum Ende der Saison - die Heizpilze sprießen.. Foto: Gerd Becker/ Naxos Kino

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Dienstag, 22. März 2016, 19:30 Uhr
Dokumentarfilm von und mit Daniel Cohn-Bendit. Regie: Niko Apel, Ludi Boeken

F 2014 / 87 Minuten

Für Daniel Cohn-Bendit ist Fußball ein Spiegel für die Entwicklung einer Gesellschaft und eines Landes. Gerade in Brasilien haben sich Politik und Fußball oft vermischt, sei es bei den Rassenfragen der 1920er und 40er Jahre oder der Demokratiebewegung in den 70er und 80er Jahren, verkörpert durch die „Democracia Corinthiana“. Während der Fußball-WM 2014 reiste Daniel Cohn-Bendit einmal quer durch Brasilien. Er wollte wissen, was von dem demokratischen Geist des brasilianischen Ausnahmefußballers Sócrates noch geblieben ist.
Der Fußballclub Corinthians São Paulo mit seinem Kapitän Sócrates protestierte zu Anfang der 80er Jahre mit dem Slogan „Direktwahlen jetzt!“ gegen die Militärdiktatur. Beim Einlauf ins Stadion hielt das Team der Corinthianer eine 20 Meter lange Banderole mit dem Spruch „Siegen oder verlieren, aber immer mit der Demokratie“ in die Kameras.
Am Tag nach diesem unvergesslichen Spiel traf sich Daniel Cohn-Bendit mit Sócrates und der 1,92 Meter große Fußballspieler begrüßte ihn mit den Worten „‘68 ist nach Brasilien gekommen!” Heute ist Brasilien eine aufstrebende Volkswirtschaft, die auf der internationalen Bühne eine immer wichtigere Rolle spielt. Der brasilianische Fußball droht jedoch in Mittelmäßigkeit, Korruption und Gewalt abzurutschen.
Cohn-Bendits Roadmovie dokumentiert das Leben in Brasilien während der Fußball-Weltmeisterschaft, einen Monat und 7.000 Kilometer lang, weit weg von den Spotlights der Stadien. Auf seiner Reise unterhält sich Daniel Cohn-Bendit mit Größen wie Gilberto Gil oder Sócrates‘ jüngerem Bruder Raí, ehemaliger Fußballstar von Paris Saint-Germain - und er trifft die Brasilianer, während sie in den Bars, am Strand oder im Jugendzentrum einer Favela mit ihrer Selaçao fiebern.

Im Anschluss an den Film gibt es Gelegenheit mit dem Regisseur Niko Apel, dem Autor und Protagonisten Daniel Cohn-Bendit und einem weiteren Gast über diesen Film ins Gespräch zu kommen.


Dienstag, 29. März 2016, 19:30 Uhr
überLeben
Eric Friedler

Eintritt frei !

D-2012 / 90 Min.

Der „Schwarze Bomber“ genannte Charly Graf wurde schon mit 17 Profiboxer. Als er später nach dem Abrutschen ins Mannheimer Rotlicht Milieu eine Haftstrafe in der JVA Stammheim verbüßen musste lernte er dort den ehem. RAF-Terroristen Peter-Jürgen Book kennen, der seinem Leben eine prägende Wendung  gab.

Schon als Kind einer ungelernten Arbeiterin und eines farbigen US Soldaten, aufgewachsen in einer Baracken Siedlung wird Charly Graf wegen seiner Hautfarbe immer wieder ausgegrenzt und stigmatisiert.
Peter- Jürgen Book motiviert ihn in der JVA Stammheim wieder an seine Laufbahn als Profi Boxer anzuknüpfen. Es gelingt ihm, sich als Häftling für offizielle Wettkämpfe anzumelden – ein einzigartiger Fall in der deutschen Justizgeschichte.
Charly Graf wird später deutscher Meister im Schwergewicht.
Der Grimme Preisträger Eric Friedler zeichnet in seinem Dokumentarfilm gedreht an Originalschauplätzen, mit Filmausschnitten aus damaligen Sportsendungen und Interviews mit Charly Graf ein eindrucksvolles Portrait. Es äußern sich die Trainerlegende Angelo Dundee, Konstantin Wecker, Boxstallgründer Wilfried Sauerland und Peter-Jürgen Book.

Längst hat Charly Graf sich aus dem Teufelskreis der Gewalt befreit und ist zum Vorbild für schwer erziehbare Jugendliche geworden. An Schulen in sozialen Brennpunkten bringt er ihnen das Boxen bei und zeigt ihnen, wie sie ihre Aggressionen in den Griff bekommen und mehr Selbstvertrauen entwickeln. Seine unkonventionellen Erziehungsmethoden kommen bei den Jugendlichen an, weil er einer von ihnen ist.


Charly Graf wird beim anschließenden Filmgespräch dabei sein.
Moderation: Gerd Becker

Eintritt frei !


Dienstag, 5. April 2016, 19:30 Uhr
ÜberLeben
Werner Boote

A 2013 / 93 Minuten)

Horrorszenario Überbevölkerung, Armut, Ressourcen-Knappheit, Hunger, Klimawandel: Seit Jahrzehnten wird davor gewarnt, dass zu viele Menschen das Überleben des Planeten gefährden. Also ist Filmemacher Werner Boote mit der Kamera losgezogen, um jene zu finden, die vermeintlich zu viel auf dieser Erde sind.

Nach seiner schockierenden Dokumentation “Plastic Planet” würde man bei dem neuen Film von Werner Boote ein ähnlich apokalyptisches Resümee erwarten - doch das Gegenteil ist der Fall. Während seiner Recherchen stellte der Filmemacher fest, dass die Theorien und Szenarien über den Bevölkerungsboom zum Selbstläufer geworden und in ihrem Kern oft überholt sind. Vielmehr wurde der Begriff Überbevölkerung als Vorwand und Ausrede verwendet, Dinge zu tun oder nicht zu tun. Boote liefert nun erhellende, hoffnungsvolle Erkenntnisse und ein Plädoyer für mehr Zwischenmenschlichkeit.

Anschließendes Filmgespräch mit … NN


Dienstag, 12. April 2016 19.30 Uhr
überLeben
Ayat Najafi

D-2014 / 90 Minuten

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist es Frauen in Iran verboten, öffentlich Solo zu singen – zumindest vor einem männlichen Publikum. Die Komponistin Sara Najafi widersetzt sich der Zensur und den Tabus und ist fest entschlossen, in ihrer Heimatstadt Teheran ein offizielles Konzert für weibliche Solosängerinnen zu organisieren. Um sich Unterstützung für diese große Herausforderung zu holen, laden Sara und die iranischen Sängerinnen Parvin Namazi und Sayeh Sodeyfi drei Sängerinnen aus Paris ein.

Sie sollen vor Ort an dem Musikprojekt mitarbeiten und dadurch eine musikalische Verbindung zwischen Frankreich und Iran wiederbeleben. « No Land’s Song ist ein Dokumentarfilm, der alles mitbringt, was man sich als Zuschauer im Kino wünscht: Eine Story mit klarem Ziel, Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Glücks-momenten. Eine sympathische Protagonistin, um die sich nach und nach eine bunte Schar von Mitstreitern sammelt, die den Film durch ihre Eigenheiten bereichern.
Es ist der Mut und die Bereitschaft, bis zum Äußersten zu gehen, die in jeder Minute des Films spürbar ist. Dazu erklingen immer wieder wunderschöne Melodien, eine Mischung aus traditionellen Weisen und neuen Kompositionen von Sara und anderen iranischen Künstlerinnen, die in ihrer Kraft und Stärke zu Tränen rühren. Und die zeigen, dass die Musik in ihrer Schönheit ein Geschenk für jeden Menschen ist. Unabhängig von Kultur und Geschlecht. »
Obwohl etliche weibliche Sängerinnen Iran seit der Revolution 1979 verlassen haben, leben und arbeiten noch viele von ihnen dort. Die ironische Tatsache, dass derzeit deutlich mehr junge Mädchen als Jungen die Musikschulen besuchen, war für mich sehr überraschend. Weshalb lernen sie etwas, was für sie im Grunde illegal ist?

Zum Filmgespräch kommt der Regisseur Ayat Najafi. Weitere Gesprächspartner sind angefragt.
Moderation Wolf Lindner


Di., 19. April 2016, 19:30 Uhr
Frauen im Islam (2)
Güner Yasemin Balci

D  2015 | 86 Min

Vieles von dem, was heute ein häufiges Problem bei muslimischen Migranten ist, wie Unterdrückung der Frauen, überhöhter Machismus bei Männern, Zwangsehen, Gewalt und Mord im Namen der Ehre, hat seinen Ursprung im zentralen Thema der gesamten muslimischen Welt: Die Verteufelung der weiblichen Sexualität. „Wenn der Jungfrauenwahn ein Ende hätte“, sagt Protagonistin Seyran Ate?, „dann wäre der Wahnsinn vorbei.“

Filmgespräch mit  der Produzentin und Dipl.Psychologe Ahmad Mansour


Dienstag, 26. April 2016, 19:30 Uhr
Geschichtsstunde
Malte Rauch u. a.

D-1975/ ca. 110 Minuten

Am 25.April 1974 wurde in Portugal die älteste faschistische Diktatur Europas gestürzt; zunächst von einer Gruppe junger Offiziere, die zuvor in Afrika kämpften ;  zugleich aber von der gesamten Bevölkerung, die  - trotz Ausgehverbot   - auf die Strasse strömte, die Amtsstuben der Geheimpolizei, die Büros der korrupten Banken und ihre eigenen Arbeitsstätten besetzten, um sie demokratisch selbst zu verwalten.
Der Film VIVA PORTUGAL begleitet den revolutionären Prozess „ aus der Sicht von unten nach oben“. Er lässt die Akteure selbst zu Wort kommen.
Auf die unblutige Revolution mit den roten Nelken in den Gewehrläufen, folgte die ebenso gewaltfreie Niederschlagung des Gegenputsches.
Mangels echter Berichterstattung über die Ereignisse in Portugal lockte der Film VIVA PORTUGAL seinerzeit viele Menschen in die Kinos und in die Versammlungssäle; nicht nur in Deutschland.
Er lief wochenlang in zwei Pariser Kinos, in nahezu allen Ländern Europas, in den USA  - und mit einer Raubkopie, von der wir erst später erfuhren, im Untergrund des noch faschistischen Spanien des Generalissimus Franco.

Zum Filmgespräch erwarten wir den Regisseur Malte Rauch. Weitere Gesprächspartner sind angefragt.                               Moderation: Wolf Lindner