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Di 31.03. 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Die schönen Künste
Viviane Blumenschein

D/Venezuela 2012, 53 Min., span./deutsch (m.dt.U.)

Seit 2001 findet alljährlich in der Altstadt von Maracaibo (Venezuela) das Kunstfestival „Velada Santa Lucía“ statt. Eine Woche lang  präsentieren inzwischen bis zu 400 geladene Künstler ihre Kunst. Im Viertel rund um die Kirche Santa Lucía verwirklichen sie ihre Projekte auch in den Wohnräumen ihrer Gastgeber. Dieses Aufeinandertreffen der verschiedensten Menschen verändert alle: die Bewohner des Viertels profitieren von den Künstlern, die ihnen Einblicke in eine Welt eröffnen, die sie ohne Velada nie kennengelernt hätten. Und die Künstler erleben einen fremden Alltag , den sie so vermutlich noch nie erlebt haben. Initiatorin dieses ungewöhnlichen Projektes ist die deutsch-venezolanische Künstlerin Clemencia Labin.

Zum Filmgespräch erwarten wir die Regisseurin Viviane Blumenschein, die Künstlerin Clemencia Labin sowie die Kunstpädagogin Sigrid Jacob.


Di 07.04. 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Frankfurt im Film
Peter de Leuw und Hans D. Zimmermann

Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt war – und ist wieder – eine der großen Europas. Damit sich die Spuren der Jahrhunderte alten jüdischen Kultur nicht allzu schnell verwischen, stellen wir Ihnen zwei „Große“ Frankfurter des 20. Jahrhunderts vor.  Valentin Sengers Buch „Kaiserhofstraße 12“ wurde 1980 verfilmt. Er war „der Kommunist“ und Journalist unter den Frankfurter Juden. In diesem Film spricht er auch darüber, wie er zu seinem Judentum zurückfand. Er starb 1997.
Fischel Liberman war ein viel beachteter jiddischer Künstler, Schriftsteller und Gelehrter. Er starb 2001.

Zum Filmgespräch kommen der Regisseur Peter de Leuw und Fritz Backhaus (Jüdisches Museum Frankfurt) und Hannelore Liberman.


Di 14.04. 19:30 Uhr
Naxos-Halle
Musik im Dokumentarfilm
Christian Labhart

CH 2012, 83 Min.

Die Pianistin Alena Cherny lebt seit fast 20 Jahren als Konzertpianistin und Klavierlehrerin in der Schweiz. Sie ist kein Weltstar, obwohl sie weltweit gefeierte Auftritte hat. Aber sie entzieht sich immer wieder den Mechanismen des (Musik-)Geschäfts, weil sie sich darin oft nicht wiederfinden kann. Doch beim Spiel ihrer Lieblingskomponisten Bach, Mozart oder Beethoven drückt sie alles über sich und ihr Leben aus. Schon lange hatte sie einen Traum: sie möchte der kleinen Musikschule ihres Heimatortes in der Ukraine einen Flügel schenken. Der Film begleitet sie auf ihrer emotional schwierigen Reise in die Vergangenheit, einen Konzertflügel im Gepäck: sie besucht ihre alten Eltern und Lehrerinnen, die Städte Kiew und Tschernobyl, das – vermutlich – für ihre Leukämie verantwortlich ist.

Alena Cherny kommt zum Filmgespräch und wird zuvor den Flügel im Foyer ein wenig zum Klingen zu bringen. Über weitere Gesprächsgäste werden wir aktuell informieren.


Dienstag, 21. April 2015, 19.30 Uhr
Naxos-Halle
Frankfurt im Dokumentarfilm
Edith Marcello; Michael Stadnik und Martin Brüggemann (UTV)

Frau Lenk wohnt nicht mehr hier

Frau Lenke wohnt hier nicht mehr

“Die Dörfer, Städte, Häuser, mit denen ein Mensch aufwächst, sind Teil seiner Lebensgeschichte…..Ich verstehe unter Heimaten Gebäude, die einen emotionalen Wert haben, weil sie an ihrem Ort verankert sind und diesen Ort begründen. Solche Bauten vermitteln uns das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Dieses Gefühl macht uns ruhig(…) Nimmt man uns zu viele dieser Häuser weg, wird es ungemütlich. Stattdessen baut man neu und verpflichtet die Entwürfe… vor allem dem Gedanken des Geldes. So werden Heimaten zerstört.” (Peter Zumthor, Architekt).

Angst bereitet  vielen Bewohnern des Frankfurter Westends  schlaflose Nächte: es ist die Welle der spekulativen Geschäfte mit Luxus-Wohnraum, die seit einigen Jahren über den Stadtteil schwappt.
Das Geschäft mit  Büroraum lohnt sich nicht mehr. Denn es stehen rund 2 Millionen Quadratmeter davon leer. Beliebt geworden für die Geldvermehrung ist der Umbau von  Mietwohnungen zu großen Luxus-Eigentumswohnungen, die dann für viele tausend Euro pro qm verkauft werden, kurz das “lukrative Umwandler-Geschäft” genannt. Die  im Film beschriebenen Beispiele zeigen, dass Investoren und Spekulanten  vor allem in Nachkriegshäusern ein profitsteigerndes Entwicklungspotential sehen.  Ein Investor im Westend hat dafür das Wort „wachküssen“ geprägt: die Gewinne scheinen märchenhaft zu sein. Kein Wunder, dass „Immobilienhaie“ gerade hier unterwegs sind.


Darüber hinaus zeigen Zeitzeugenberichte, dass sich die Methoden der Mietervertreibung seit den 68er Jahren nicht geändert haben. Eindrückliches historisches Filmmaterial von Alexander Kluge und Fotografien der Star-Fotografin Barbare Klemm zeigen auf beeindruckende Art und Weise wie Frankfurt in den 70er Jahren mit Abrissbirnen gegen Gründerzeitbauten und mit Wasserwerfern gegen Hausbesetzer vorging.

Anschließend Filmgespräch: Eingeladen sind Die Filmemacherin Edith Macello, Michael Stadnik und Martin Brüggemann sowie
OB Peter Feldmann und Aktivisten unterschiedlicher Mieter-Initiativen.
Moderation: Wolfgang Voss



Di., 28. 4.2015
Naxos-Halle
Grenzen des Dokumentarfilms
Madeleine Dewald und Oliver Lammert

Vorführung mit drahtlosen KOPFHÖRERN! Begrenzte Platzzahl!

D. 2010, 80 Min.

ist ein Filmessay über Viren: Biologische Viren, Computerviren und Sprachviren. Es geht um virale Strategien, Codes und Metaphern.
Unsere Reise führt vom Seuchendiskurs, der aus der großen Pest des 14. Jahrhunderts resultiert, staatlichen ›Hygieneprogrammen‹ und der medizinischen Erforschung von Krankheitserregern über Cyberterrorismus und Datenkontamination zu ansteckenden Ideen, Gedanken und Worten – in Religion, Werbung und den Medien.


Wir gehen der Frage nach, warum die Metapher Virus heute einen solchen Auftrieb erfährt, und wie die Rede von Ansteckung und Infektion, Fremdkörpern und Schläfern zu politischen und gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen führt.
Das Virus ist ein komplexes begriffliches Gefüge, dessen Wirkung weit über den biologischen Erreger hinausgeht.
Das Virus wird als eindringendes Element in die Zelle, den Einzelkörper, den kollektiven Körper und den globalen Körper verstanden; er ist das bedrohlich Fremde schlechthin und gleichzeitig Synonym für höchste Flexibilität und vermeintlich kreativ-intelligentes Handeln – ein schillernder und dämonischer Protagonist.


Zum Filmgespräch aus Hamburg: Madeleine Dewald und Oliver Lammert

Moderation: Wolfgang Voss

Zu dieser Vorführung innerhalb des NODE-Festivals gibt es für jeden Zuschauer individuelle drahtlose Kopfhörer.
Begrenzte Platzzahl!