+ + + Sommerpause bis 29. Juli. + + +


Di 05.08. 19:30
Naxoshalle
"Überleben"
Stefan Ruzowitzky, D 2013, 94 Min

Dreharbeiten "DAS BÃ?SE" in Hanau vom 25. - 29. September 2012,Wie werden aus ganz normalen jungen Männern Massenmörder? Warum töten ehrbare Familienväter Tag für Tag, jahrelang Frauen, Kinder und Babys? Warum verweigerten so wenige den Befehl, obwohl es ihnen freigestellt war?

Der Oscar- Gewinner Stefan Ruzowitzky erzählt spannend und bewegend von den systematischen Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa und der Suche nach den Ursachen des Bösen. Wir hören die Gedanken der Täter aus Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Gerichtsprotokollen, sehen in junge Gesichter.
Der Film wird heftig und kontrovers diskutiert!

Im Anschluss findet ein Filmgespräch statt. Die Gäste werden noch bekannt gegeben.


Di 12.08. 19:30
Naxoshalle
Frankfurt im Film (3)
Edith Lange & Harald Lüders, D 1987, 45 Min + Simone Jung, D 2013, 30 Min

2 Filme

1208-bankenviertel_frankfurtDer Film Die Stadt, das Geld und die Zukunft – Frankfurt 2000 thematisiert auf prägnante Weise die in einer Stadt vor sich gehenden Veränderungen, wenn sich eine bestimmte Branche vermehrt ansiedelt oder aber eine wirtschaftliche Umstrukturierung greift - so wie es beides in Frankfurt seit Beginn der 80er Jahre passiert. Die Geldwirtschaft versucht Frankfurt zum internationalen Geld- und Börsenplatz zu machen. Zum Thema machen einige exponierte Strategen ihre Aussagen, die diese Entwicklung weiter belegen.

Anfangs sehr umstritten, seit seinem Abriss Kult – der Henninger Turm. Ein Miniaturbagger im Drehrestaurant schlägt den Boden auf. Menschen in Schutzanzügen und Gasmasken reißen Dämmmaterial von den Wänden. Stück für Stück wird der Henninger Turm abgetragen - am Anfang kaum merklich, dann immer rascher. Ein Frankfurter Wahrzeichen verschwindet.

Die Gäste zum Filmgespräch werden noch bekannt gegeben.


Di 19.08. 19:30
Naxoshalle
Georg M. Hafner, D 2013, 90 Min

198-macc8anchen-1970-3Gemeint ist nicht das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München – das war erst 1972! Dass München bereits zweieinhalb Jahre zuvor wegen Terroranschlägen im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hat, weiß hingegen kaum noch jemand: Flugzeugentführungen, Paketbomben und ein Brandanschlag. Weder die versuchte Entführung einer EL AL Maschine am 10. Februar 1970 mit einem Toten und mehreren Schwerverletzten noch die Brandstiftung in einem jüdischen Altenheim drei Tage später mit sieben Toten sind im Gedächtnis geblieben, obwohl es sich um die größte antisemitische Anschlagserie handelt, die es in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus gegeben hat. Im Mittelpunkt der sehr persönlich gehaltenen Filmdokumentation von Georg M. Hafner steht Rudolf Crisolli (der Onkel des Autors), der als Fernsehjournalist auf dem Weg nach Tel Aviv war. Er starb in den Trümmern eines Swissair-Maschine, die von Palästinensern abgeschossen wurde.

Die Gäste zum Filmgespräch werden noch bekannt gegeben.


Di 26.08. 19:30
Naxoshalle
"Musik im Dokumentarfilm"
Sobo Swobodnik, D 2012, 94 Min

268-unplugged_leben_foto_1

W-film / Filmbüro Una Cum

Der Weg von Elias Gottstein und Carl Luis Zielke ist radikal, alternativ und unplugged. Auf zwei selbstgebauten Fahrrädern reisen sie von Stadt zu Stadt und genießen ihre Freiheit – ohne Wohnung, Ausbildung oder finanzielle Absicherung. Konzerte spielen sie spontan und ohne Genehmigung. Mit einer E-Gitarre, einer Posaune und Elektrobeats vom Laptop verbreiten sie als „Guaia Guaia“ einen tanzbaren Energiecocktail, der die Aufmerksamkeit von Fans und Polizisten auf sich zieht. Das Porträt zweier junger Männer, die den Wunsch nach einem selbstbestimmten Lebensstil nicht nur träumen, sondern auch leben.

Die Gäste zum Filmgespräch werden noch bekannt gegeben.


Di 02.09. 19:30
Naxoshalle
"Kriegsfilm"
Thomas Frickel, D 1989, 90 Min & Jana Schlegel, Jörg Hein und Sabine Hoffmann, D 2013, 60 Min

Beitrag zu "100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg"

29-schlachtenbummel-postkarte-1Der Naxos.Kino-Beitrag zu 100 Jahre Erster Weltkrieg: ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm!!

Angeregt durch das emotionslose Kompanie-Tagebuch seines Großvaters, vertieft sich der Filmemacher in die Geschichte des Ersten Weltkrieges. Er stellt fest, dass Legenden die Schrecken von einst längst überwuchert haben und dass die Gedenkstätten zum Tummelplatz für Soldaten, Sammler, Geschäftemacher verkommen sind. Eine dokumentarische Collage, die mit Verfremdungen, Kommentaren, kabarettistischen Einschüben arbeitet, um zur Reflexion über ungewöhnliche Zusammenhänge einzuladen. Der Film räumt auch auf mit der Legende, dass der Krieg damals „über uns gekommen“ sei: gerade Künstler und die „Intelligenzia“ übertrafen sich geradezu mit ihrem Kriegsgeschrei.

Die Gäste zum Filmgespräch werden noch bekannt gegeben.


Di 09.09. 19:30
Naxoshalle
"Sexualität"
Catherine Scott, Australien 2011, 70 Minuten

OV mit deutscher UT

filmfestival überall dabeiRachel trifft John. Doch dies ist kein normales Rendezvous. Die Australierin Rachel arbeitet als Prostituierte – sie besucht John, der Multiple Sklerose hat und seinen Rollstuhl mit dem Kinn steuert. Rachel Wotton hat sich spezialisiert auf Klienten, die lange Zeit übersehen wurden: Menschen mit Behinderung. Der Film von Catherine Scott folgt Rachel zu ihren Kunden und begleitet sie bei ihrer politischen Arbeit, mit der sie Anerkennung fordert: Sex-Arbeiter sind keine Opfer, ihre Arbeit verdient Achtung wie jede andere auch. Und: Menschen mit Behinderung wollen ihre sexuellen Bedürfnisse ausleben, müssen dies aber auch können. Es sind intime Einblicke, wenn Rachel sich mit ihren Kunden trifft und mit ihnen Zeit verbringt. Ihre Philosophie lautet, dass es eine Art von Therapie sein kann, jemanden zu berühren und mit ihm Intimität zu erleben.

Zum Filmgespräch kommen: Helga Dierichs (angefragt) und Stephanie Klee, Sexualbegleiterin „highLights Berlin“.
- in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen Tamara und Pro Familia -


Di 16.09. 19:30
Naxoshalle
"Musik im Dokumentarfilm"
Erwin Wagenhofer, D 2013, 113 Min

1609-alphabetEgal, welche Schule wir besucht haben, wir bewegen uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Die Lehrinhalte haben sich seither stark verändert und die Schule ist auch kein Ort des autoritären Drills mehr. Doch die Fixierung auf normierte Standards beherrscht den Unterricht mehr denn je. Die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt aber genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen.
Erwin Wagenhofer begreift das Thema „Bildung“ sehr viel umfassender und radikaler, als dies üblicherweise geschieht. Er begibt sich auf die Suche nach den Denkstrukturen, die dahinter stecken. Was wir lernen, prägt unseren Wissensvorrat, aber wie wir lernen, prägt unser Denken.

Die Gäste zum Filmgespräch werden noch bekannt gegeben.


Di 23.09. 19:30
Naxoshalle
"Überleben"
Marc Pierschel, D 2003, 80 Min

239-live-and-let-live-rosa-marieSich vegan zu ernähren oder vegan zu leben ist eine Entscheidung, die immer mehr Menschen für sich treffen. Sechs   Menschen beschreiben in diesem Film ihre Gründe, weshalb sie sich entschlossen haben, auf jegliche Tierprodukte zu verzichten und wie sich diese Entscheidung auf ihr Leben auswirkt.
So haben Jan Gerdes und Karin Mück ihren Milchkuhhof umfunktioniert in einen Lebenshof, in dem verwaiste oder misshandelte Tiere alt werden dürfen. Ria Rehberg und Hendrik Haßel möchten durch ihre Aktionen die Öffentlichkeit auf die schlechten Verhältnisse, unter denen manche Tiere leben, aufmerksam machen. Neben diesen und weiteren persönlichen Darstellungen wird auch die Entwicklung der veganen Bewegung beleuchtet. Der mehrfach prämierte Film lässt verschiedene Philosophen und Wissenschaftler zu Wort kommen, u.a. Dr. Campbell (China Studie).

Die Kinotheke bietet passend zum Film süße und herzhafte vegane Snacks.

Zum Filmgespräch erwarten wir ExpertInnen: Dr. Christian Müller von der Uni Frankfurt und Tamara Pfeiler von der Uni Mainz. Unterstützt wird der Abend vom Bund für vegane Lebensweise.


Di 30.09. 19:30
Naxoshalle
Johanna Tschautscher und Günther Lainer, AUT 2014, 102 Min

309-to-bigg-konferenzWie entsteht Geld? Was ist Geldschöpfung? Wie viel Geld gibt es und wer hat es?
Was verleiht die Bank bei einer Kreditvergabe? Was tun Zinsen? Wer hat die freie Marktwirtschaft erfunden? Was ist accounting und welche Rolle spielte es bei der Krise? Welche Vorteile hatte die Goldbindung des Dollars, warum fiel sie? Warum können große Banken nicht bankrott gehen?
Um die Finanzwelt verstehbar zu machen, nimmt die Regisseurin die Zuschauer in ihrem Film mit zu zahlreichen Experten, darunter die Systemkritikerin Margrit Kennedy, der Club Of Rome-Ökonom Graeme Maxton und der grüne Europaparlamentarier Sven Giegold. In Frankfurt hat sie mit Wirtschaftsanwalt Hans Scharpf über seinen Schuldenstreik und mit dem Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Kessler, Chefredakteur von Publik-Forum, über die Ursachen der Finanzkrise gesprochen. Während Tschautscher in Interviews den Dimensionen der komplexen Finanzwelt auf der Spur ist, setzt der österreichische Kabarettist Günther Lainer diese Erkenntnisse in Szenen um.

Zur anschließenden Diskussion erwarten wir  die Regisseurin Johanna Tschautscher, den Frankfurter Wirtschaftsanwalt Hans Scharpf sowie Raimund Brichta, TV-Moderator, Finanzjournalist und Buchautor („Die Wahrheit über Geld“).